Zentralafrikanische Republik Friedlicher Wahlausgang

Nach bald drei Jahren Krieg gehen die Wahlen in Zentralafrika überraschend friedlich zu Ende: Der frühere Premierminister Touadéra gewinnt die Stichwahl; sein Herausforderer akzeptiert die Niederlage.

Der frühere Premierminister Faustin Archange Touadéra hat die Präsidentschaftswahl in der Zentralafrikanischen Republik gewonnen. Bei der Stichwahl am 14. Februar haben 62 Prozent der Wähler für Touadéra gestimmt, wie die Wahlkommission am Samstag mitteilte. Sein Rivale, Anicet George Dologuelé, ebenfalls ein ehemaliger Regierungschef, unterlag mit 37 Prozent. Das Ergebnis muss noch vom Verfassungsgericht des Landes bestätigt werden. Der Verlierer Dologuelé sagte dem Sender RFI am Samstag, dass es zwar "massiven Wahlbetrug" gegeben habe, er das Ergebnis "für den Frieden" aber trotzdem anerkenne. In Zentralafrika war 2013 ein Bürgerkrieg zwischen mehrheitlich muslimischen Rebellen aus dem Norden und christlichen Milizen ausgebrochen. Seit 2014 lenkt eine Übergangsregierung das Land, die zusammen mit UN-Friedenstruppen den Konflikt beenden sollte. Doch immer wieder flammte die Gewalt auf, die knapp eine Million Menschen in die Flucht getrieben hat. Vor dem 58-jährigen Wahlsieger Touadéra liegt nun die Mammutaufgabe, das verarmte und von Gewalt zerrissene Land zu stabilisieren. Die Reaktion des Verlierers allerdings sowie der Gesamtverlauf der Wahlen senden positive Signale: Trotz Sicherheitsbedenken vieler Beobachter hatten die zentralafrikanischen Behörden Ende Dezember 2015 zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aufgerufen. Die Abstimmung verlief weitgehend friedlich und mit einer Beteiligung von fast 90 Prozent. Zwar wurden die Ergebnisse der Parlamentswahl wegen Unregelmäßigkeiten annulliert und gleichzeitig zur Stichwahl wiederholt; doch auch diese Abstimmung verlief ruhig, mit etwa 61 Prozent Beteiligung.