Zentralafrikanische Republik Ban fordert 3000 weitere Soldaten für Zentralafrika

Eine Million Menschen sind auf der Flucht, Tausende wurden getötet: UN-Generalsekretär Ban fordert nun 3000 weitere Soldaten, um die Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik einzudämmen. Deutschland prüft weiter, ob es ein Flugzeug entsendet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Entsendung von 3000 weiteren Soldaten und Polizisten in die von blutigen Unruhen geplagte Zentralafrikanische Republik gefordert. Die Truppen müssten "sobald wie möglich" entsandt werden und die nötigen Flugzeuge erhalten, um sich in dem riesigen Land bewegen zu können, sagte Ban am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Es handele sich um eine Übergangsmaßnahme, bis ein Blauhelmkontingent entsandt werden könne. Dies werde aber, sofern es vom UN-Sicherheitsrat grünes Licht erhalte, mehrere Monate dauern. Frankreich hatte bereits in der vergangenen Woche nach einem dramatischen Appell von Ban angekündigt, seine Einsatztruppe um 400 Soldaten auf 2000 Kräfte aufzustocken. Frankreichs Präsident François Hollande forderte zugleich andere Länder auf, ebenfalls einen Beitrag zu leisten und Solidarität zu zeigen. Die Bundesregierung prüft derzeit die Entsendung eines Lazarettflugzeugs.

"Wahl zwischen Tod und Flucht"

Bisher sind etwa 6000 afrikanische, 2000 französische und bis zu 1000 weitere europäische Soldaten in dem Land im Einsatz oder sollen demnächst dorthin entsandt werden. Dies sei jedoch nicht genug, sagte Ban. "Die Sicherheitsbedürfnisse gehen weit über die Kapazitäten der bisher entsandten internationalen Truppen hinaus", sagte der UN-Generalsekretär. "Und wo es keine internationalen Kräfte gibt, haben die Zivilisten allzu oft nur die Wahl zwischen Tod und Flucht."

Er verwies auf massive Flüchtlingsbewegungen, die das Land in einen muslimischen Norden und einen christlichen Süden zu spalten drohten. Ban schlug vor, sämtliche Truppen unter ein gemeinsames Kommando zu stellen. Ihre vordringliche Aufgabe müsse der Schutz der Zivilbevölkerung und die Absicherung von Hilfslieferungen sein. Zudem schlug er vor, die afrikanische Militärmission MISCA für die kommenden sechs Monate mit 38 Millionen Dollar zu unterstützen.

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht Chaos und Gewalt, seitdem das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Séléka im vergangenen März den damaligen Präsident François Bozizé stürzte. Der Putsch stürzte das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Seitdem sind etwa eine Million Menschen auf der Flucht, mindestens 2000 wurden getötet. Weder die Übergangsregierung, noch die ausländischen Truppen haben es bisher geschafft, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Durch die Gewalt wurden Zehntausende Muslime, darunter zahlreiche Tschader zur Flucht gezwungen.