Zehn Jahre nach Militäreinsatz Obama würdigt US-Soldaten des Irakkriegs

"Eines der außergewöhnlichsten Kapitel des Militärdienstes": US-Präsident Obama hat Soldaten gewürdigt, die im Irak im Einsatz waren. Der damalige amerikanische Außenminister Powell hingegen nimmt das Jubiläum zum Anlass, um Fehler einzugestehen.

Zehn Jahre nach dem Einmarsch in den Irak hat US-Präsident Barack Obama die an dem Einsatz beteiligten US-Soldaten gewürdigt. "Wir bewundern den Mut und die Entschlossenheit der mehr als 1,5 Millionen Armeeangehörigen und Zivilisten, die eines der außergewöhnlichsten Kapitel des Militärdienstes geschrieben haben", sagte Obama in Washington. Der Präsident erinnerte auch an die fast 4500 US-Soldaten, die im Irak getötet wurden.

"Die letzten unserer Soldaten haben 2011 erhobenen Hauptes den Irak verlassen", sagte Obama. Die USA arbeiteten weiter mit ihren irakischen Partnern zusammen, um Sicherheit und Frieden voranzutreiben. Daheim in den USA gelte es, für die Verwundeten zu sorgen und den Veteranen bei der Wiedereingliederung in Arbeitsleben zu helfen. Auf die getöteten irakischen Zivilisten ging er in seiner Rede nicht ein.

An diesem Mittwoch jährt sich der Beginn des umstrittenen US-Militäreinsatzes zum zehnten Mal. Ohne Rückendeckung durch die Vereinten Nationen hatte der damalige US-Präsident George W. Bush am 20. März 2003 US-Einheiten in den Irak einmarschieren lassen. An der Spitze einer "Koalition der Willigen" stürzten die US-Streitkräfte binnen weniger Wochen den irakischen Machthaber Saddam Hussein.

Zehn Jahre Irak-Krieg Ein Krieg, zehn Jahre, 100 Blicke

Wütende Proteste, diplomatische Verwerfungen, schwere Verluste: Vor zehn Jahren sind die USA im Irak einmarschiert. Der Krieg hat das Machtgefüge der Welt verändert und eine ganze Generation geprägt - nicht nur im Irak, sondern auch im Westen.

Obama hatte damals als Senator des Bundesstaates Illinois Ende 2002 gegen die Vorbereitungen für eine Irak-Invasion Stellung bezogen. Der Rückzug der US-Truppen aus dem Konflikt war eines seiner zentralen Versprechen vor der Präsidentschaftswahl 2008, die er gewann.

Der frühere Außenminister der USA, Colin Powell, äußerte sich zum Militäreinsatz kritisch und bedauerte, sich damals nicht auf seinen Instinkt verlassen zu haben. "Die Schande wird immer mit mir verbunden sein", zitiert ihn die Agentur Bloomberg aus seinem neuen Buch. Powell hatte damals vor den Vereinten Nationen behauptet, Saddam Hussein würde über Massenvernichtungswaffen und Kontakte zur Terrororganisation al-Qaida verfügen - was sich als falsch erwies.

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