Es gibt keine Alternative zu Neuwahlen - und diese dürften für die SPD fürchterlich enden. Die Zeit von Andrea Ypsilanti ist vorbei. Es bleibt die Frage, wie lange sie braucht, bis sie das begreift.
In Hessen wird es also Neuwahlen geben - das ist ungefähr so überraschend wie das Faktum, dass auf den Freitag der Samstag folgt. Die CDU will es so, die FDP, die Grünen und die Linken wollen es auch.
Ihre Zeit ist wohl vorbei: Andrea Ypsilanti. (© Foto: dpa)
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Damit kann der Landtag seine Auflösung beschließen. Es ist symbolhaft, dass die SPD die letzte Partei ist, die sich dieser Linie anschließt. Zum Ausdruck gebracht wird damit auf brutale Weise: Es kommt auf sie nicht mehr an.
Zu Neuwahlen gibt es keine Alternative. Nach dem Scheitern des rot-grün-roten Projekts war in der jetzigen Zusammensetzung des Landtags keine Koalitionsbildung mehr möglich. Ein Bündnis aus CDU und SPD?
Es würde die weidwunden Sozialdemokraten und ihre Vorsitzende Andrea Ypsilanti mental völlig überfordern, nun den Juniorpartner von Roland Koch zu geben, also ausgerechnet bei dem Mann unterzuschlüpfen, dessen Ablösung für sie geradezu politreligiöse Bedeutung hatte.
Und ein Dreierbündnis? Für eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP haben die Liberalen im Januar kein Mandat von ihren Wählern erhalten. Dasselbe gilt für die Grünen, was ein Bündnis mit CDU und FDP beträfe. Sich darauf einzulassen wäre für beide der Wortbruch, und wozu der führt, das hat man gerade bei der SPD studieren können.
Als Studienobjekt wird die Ypsilanti-Partei auch in der nächsten Zeit taugen. Die Neuwahl dürfte fürchterlich für sie enden, es wird nur darum gehen, das Desaster einigermaßen zu begrenzen.
Welcher Wähler soll der Landesvorsitzenden noch zutrauen, ein Land zu managen, nachdem ihr dies nicht einmal mit der eigenen Partei gelang? Andrea Ypsilantis Zeit ist vorbei, die Frage ist nur, wie lange sie braucht, bis sie das begreift.
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(SZ vom 07.11.2008/odg)
Szene München
Ypsilanti steht für einen Wahlerfolg, den Maget bspw. nicht verbuchen konnte und es hat einiges an Aussagekraft, wer gescheitert ist und wer nicht. Daß Ypsilanti an einer taktischen Fehleinschätzung ins Stolpern geraten ist, ist tragisch, aber kein Weltuntergang. Daß ihr politisches Ende naht, ist dem tendenziösen Stuß zuzuordnen, mit dem die Neoliberalen und Neocons ihr Süppchen kochen möchten.
Daß das zum Teil hervorragend klappt, zeugt von Masse, nicht von Klasse. Der professionelle Chor der INSM-Sprachrohre ist einmal mehr am Werk: Wird genügend Dreck geworfen, wird doch hoffentlich ein wenig hängenbleiben. Der gesponsorte Phrasenkatalog wird tausendfach runtergebetet. Kaum ein Journalistläßt einen Zweifel zu, welcher Seite er angehört oder sich anbiedert. Es wird mir ein Genuß sein, wenn sie am Wahltag vom mündigen Bürger die Quittung bekommen mitsamt dem rückwärtsgewandten Politgesockse der "Mitte", selbst wenn es zum Regieren und einer vernünftigen Alternative nicht reichen sollte.
und alle Anhänger der Linkspartei hier unter den Kommentatoren können sich auf Stimmen sicher freuen bei der kommenden Neuwahl in Hessen, die von desillusionierten SPD-Wählern kommen könnten, nur bis dahin fließt noch viel Wasser den Main hinunter und dann erkennen vielleicht einige, daß das Aufgeben der Mitte und ein Linksschwenk der SPD ihr keine Mehrheiten bringt des linken Spektrums, sondern im Gegenteil.sie dadurch die Mehrheit abgibt, und das ist gut so, denn Deutschland und Hessen braucht Vernunft und keine Traumtänzereien, bei der zuviel Sonnenenergie auf das unbedeckte Haupt die Energie-Ströme der politischen Logik und der Vernunft etwas in diesem Haupte derangiert hat.
selbstaendig
Zitat:"Die Familie ist doch kein soziologischer oder religiöser Begriff ohne jegliche Substanz. Sie können doch nicht behaupten, es gäbe die Familie nicht mehr, das halte ich schon für sehr weit hergeholt."
Familie ist Leben,ist der Ursprung, ist die Keimzelle aus der alles entspringt. Ohne Familie gäbe es nur einen toten Planeten.
Was macht aber das menschliche Ideal der Familie aus, was unterscheidet uns vom Tier?
In der Tierwelt ist zu allererst einmal alles dem Prozess des Überlebens untergeordnet, die Beschaffung und Erhaltung der Grundbedürfnisse ist alleiniges Merkmal. Indem ich das bemerke, stelle ich fest,Gesellschaft ist nicht mehr weit entfernt, den Menschen auf das zurück zu werfen, was er mal war damit seiner kulturellen Identität zu berauben.
Familie ist ein absoluter Wert mit Inhalten, nur Werte müssen auch gelebt respektive vorgelebt werden. Wenn ich in meiner Freizeit im sozialen Bereich feststelle, das Familien mit drei Kinder als asoziale eingeordnet werden, weil sie nicht zu den Gewinnern der Gesellschaft gehören,so sehe ich das mit Entsetzen. Und das ist kein Einzelbeispiel. Aber das ist die Realität und je schneller ich mich dieser Realität stellen um so schneller kann ich eine Änderung herbeiführen. Wie weit muss eine Gesellschaft noch kommen,die zusieht wie ihre Kinder in Müllcontainer entsorgt werden,um eine Änderung herbeizuführen.
In dem amerikanischen Wahlkampf sah ich immer wie nach einem Auftritt der Kandidaten die Familienmitglieder der Kandidaten auf die Bühne kamen, einschl. der Kinder und ihren Partner in die Arme nahmen. Plakativ wurde gezeigt, he, das ist meine Kraft, das ist meine Familie. Jetzt zeigen Sie mir einmal in Deutschland einen Politiker, der ja Vorbild sein sollte, wo der seine Familie vorlebt.
Haben Sie einmal eine Merkel, einen Steinmeier oder wen auch immer gesehen,wie er seine Frau/Mann seine Kinder in den Arm nimmt? Wohl kaum.
Schade,ich möchte mit Ihnen gerne über Wege diskutieren über Inhalte denke ich nicht, die sind bei uns identisch. Nur hier auf der SZ ist glaube ich der falsche Platz, bzw. zu wenig Platz.
@Unschuldsvermutung
Der Begriff "Familie" wird in vielfältiger Weise gelebt und interpretiert.
Was ist "Familie"? Liebe und Zusammenhalt?
Da wäre es schön, die Gemeinschaft aller Menschen als Familie zu verstehen.
Viele Familien tun das nicht. Die Bushs sind eine große Familie. Familien können wunderbar sein - und doch werden die meisten Gewalttate innerhalb der Familie begangen.
Die Familie als Erbengemeinschaft? Von Generation zu Generation zu unrecht angehäuftes Vermögen an das eigene Fleisch und Blut vermachen? Heckler und Koch?
Familie kann alles sein. Ich verstehe nicht, warum dieser Begriff so euphemisiert wird.
Familie im besten Sinne bleibt den Idealisten vorbehalten, ich glaube, das kann man nicht qua Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft für sich in Anspruch nehmen.
Sorry, ich verstehe nicht, was Sie mir mit Ihren Ausführungen sagen wollen.
Die Familie ist doch kein soziologischer oder religiöser Begriff ohne jegliche Substanz. Sie können doch nicht behaupten, es gäbe die Familie nicht mehr, das halte ich schon für sehr weit hergeholt. Auch dass sich die katholische Kirche nicht für den Erhalt des christlichen Familienbildes einsetzt, stimmt doch einfach nicht. Wer wird denn von "modernen" Politikern (und teilweise auch von der evangelischen Kirche: Bischof Huber, Käßmann usw.) angegriffen, weil sie sich für den Erhalt und den besonderen Schutz der Familie einsetzen und die Patchworker nicht zum gesellschaftlichen Nonplusultra erheben wollen: doch wohl u.a. katholische Bischöfe, die deswegen als Reaktionäre bezeichnet werden.
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