Mit wenigen Worten gesteht Andrea Ypsilanti ein, dass sie gescheitert ist - die Konsequenzen für die SPD sind noch nicht abzusehen. Nur einer gibt sich plötzlich wieder zuversichtlich: Roland Koch.
Es ist das Ende eines Weges, der noch gar nicht richtig begonnen hatte, es ist das Aus für ein Projekt zwischen Mut, Wortbruch und Wahnwitz, und es ist ein Stück sozialdemokratischer Geschichte, das hier gerade geschrieben wird.
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Am Ende des Traums vom Ministerpräsidenten-Amt: Andrea Ypsilanti (© Foto: AP)
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Andrea Ypsilanti kleidet all dies in die Worte: "Deshalb werde ich am 5. April mich nicht zur Wahl stellen, denn ich kann für eine Mehrheit nicht garantieren."
Das war es. Nicht für sie, aber für ihren Plan. Und das war es für eine hessische SPD, die sich in eine Richtung aufgemacht hatte, die so schnell in eine Sackgasse geführt hat, dass kaum einer an diesem Freitag schon wirklich begreift, was es bedeuten wird. Für die Partei, das Land und jeden einzelnen selbst.
Andrea Ypsilanti spricht dann noch von wechselnden Mehrheiten, die sie im Landtag nutzen wolle, doch ihr Projekt ist gestorben, und sie hat nun nicht nur ihre Glaubwürdigkeit verloren, sondern auch die Aussicht auf jenes Amt, das ihr diesen Verlust vielleicht wert gewesen wäre. Alle Welt weiß nun, dass sie es getan hätte, wenn es die realistische Aussicht auf Erfolg gegeben hätte. Und das wird nicht so schnell vergessen werden.
Eine gute Stunde zuvor sitzt jene Frau, die all dies ausgelöst hat, dort, wo später Ypsilanti sitzen wird. Dagmar Metzger sitzt sehr aufrecht, den Rücken durchgedrückt, die blonden Haare straff hochgesteckt.
Vor ihr liegt ein Blatt Papier, sie hat sich Stichpunkte gemacht für das, was sie sagen will, sagen muss, weil die Republik eine Erklärung erwartet von Dagmar Metzger, 49, Wirtschaftsjuristin, erstmals gewählte Abgeordnete des hessischen Landtags.
Alle Argumente gehört
Neben ihr sitzt in Raum 307 W des Landtags ihr Schwager, er ist Rundfunkjournalist, er kennt das Geschäft mit der Öffentlichkeit und hat die Aufgabe übernommen, sie durch diesen Tag zu bringen.
Es ist wenige Minuten nach zwölf am Freitag, als Dagmar Metzger zu reden beginnt. Nach ein paar einleitenden Sätzen sagt sie: "Meine Entscheidung steht. Ich bleibe bei meiner Entscheidung, und dies aus Gewissensgründen, nicht mit der Linken in Hessen zusammenzuarbeiten."
Das ist in diesem Augenblick bereits bekannt, sie hat dies mehr als eine Stunde zuvor bereits in ein Mikrofon gesagt, wenn auch deutlich umständlicher formuliert. Da hatte sie gerade die Landesgeschäftsstelle der SPD gleich gegenüber dem Wiesbadener Rathaus verlassen, oben saß noch immer die Frau, mit der sie zuvor fast zwei Stunden geredet hatte.
Andrea Ypsilanti und die Spitze der Hessen-SPD hatten versucht, Metzger umzustimmen, ihr zu erklären, was ihre Entscheidung bedeutet, Ypsilanti die Stimme zu verweigern. Es sei eine sachliche Diskussion gewesen, sagt Dagmar Metzger, als sie später Rede und Antwort steht. Allerdings habe sie "inhaltlich" keine Argumente gehört, die sie sich nicht bereits überlegt gehabt hätte.
Sie spricht dann über ihren Vater, der durch den Mauerbau in Berlin von seiner Familie getrennt worden sei, von ihren Vorbildern Helmut Schmidt und Egon Bahr. Doch so historisch sie argumentiert, so viel Ärger, wenn nicht Verbitterung klingt immer wieder durch über jene Frau, der sie sich in den Weg gestellt hat. Sie sagt, dass die SPD Ende Januar das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in Hessen erreicht habe.
Sie antwortet auf die Frage nach jener entscheidenden Fraktionssitzung, in der Ypsilanti fragte, ob jemand ihren Weg nicht mitgehen könne und an der Dagmar Metzger nicht teilnahm: "Man hätte mich natürlich jederzeit aus dem Urlaub zurückholen können." Und sie sagt: "Ich denke, Andrea Ypsilanti muss sich überlegen, ob wir zu dem Weg zurückkehren, den wir dem Wähler versprochen haben."
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Du lieber Himmel! Was hat Ypsilanti denn nun schon wieder verbrochen? Soll sie sich vllt noch dafür entschuldigen, dass sie auf der Welt ist? Ist doch langsam lächerlich, wie sie dämonisiert wird. - Was ist geschehen? Sie hat eine Option angedacht, mit deren Hilfe sie den wegen der Sturheit eines arroganten FDP-Führers festgefahren Karren Landespolitik aus dem Sumpf holen wollte und wird nun als angebliche Hexe aufgebaut, die nun den Gnadenstoß bekommen soll. - Ich hab es schon immer gewusst: Der Drahtzieher dieser ganzen von CDUFDP inszenierten Soap-Opera ist der zunächst seelisch schwerstverletzte, da vom hesssischen Wahlvolk abgewählte RoKo. Seine Rekonvaleszenz macht jedoch, wie zu erwarten war, tolle Fortschriette und aufgrund ausgesprochen plumper, dennoch aber erfolgreicher Hintenrumintervention hat er die Zeit so genutzt, so dass er nun meint, sich fröhlich feixend wieder in der Öffentlichkeit zeigen zu können. Den Mund nimmt er natürlich voll nimmt wie eh und je. - Eines wird klar: Er enttäuscht uns nie, denn er bleibt immer der Alte und hat es faustdick hinter den Öhrchen.
Andrea Ypsilanti aber sollte sich von seinem primatenhaften Trommeln auf den Brustkorb nicht verunsichern lassen: Er ist und bleibt nichts als ein Schaumschläger.
Happy Friday. :-)
Es kann niemand ernsthaft davon ausgehen, dass sich eine Koalition aus CDU/FDP/Grünen
den Wünschen der Grünen unterordnet.
Warum auch?
Die Grünen sind regierungsgeil genug, dass sie sich mit einer Koalition zufrieden geben, der nicht Roland Koch als MP angehört.
Falls die Sondierungsgespräche mit den Grünen negativ verlaufen sollten, befinden sich CDU und FDP doch in einer komfortablen Lage.... Neuwahlen! Und bei allem Optimismus, diese würden für CDU und FDP nach dieser unsäglichen Schlamperei der SPD, keinesfalls ähnlich desaströs verlaufen.
Darüber hinaus finde ich die Kritik, die Frau Ypsilanti nun entgegengeschleudert wird, stark überzogen.
Als ob Roland Koch seinen Titel als unangefochtener Lügenbaron, respektive demagogischer Hetzer, nun an Frau Ypsilanti verloren hat, weil sie nicht über jene CDU-immanente Abgebrühthei verfügt, die es Roland Koch wieder und wieder ermöglicht hat die dreistesten Lügen vergessen zu lassen.
Frau Ypsilanti hat Fehler gemacht-keine Frage-, aber hat sie sich tatsächlich schäbiger oder unehrlicher verhalten als Andere?
Ich denke nicht. Aber sie hat sich schlechter verkaufen können.
Ganz davon abgesehen, dass man sich kaum unterwürfiger und anbiedernder gegenüber einem "potentiellen" Koalitionspartner verhalten kann, als sie es bei der autistischen FDP getan hat.
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Und das Wahlvolk sprach: Jetzt mach mal Butter bei die Fische aber: Zu viel Koch in der Küche, Dill*) statt Butter und als krönender Abschluss an Weines Statt auch noch ein Beck. Zu viel Machthunger, zu kleine Brötchen, von einer gelungenen Zusammenstellung ganz zu schweigen, kein leckeres Menue Guten Appetit!
*) Mädchenname
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