Nächste Runde im Stiftungsstreit: CDU-Vize Christian Wulff ergreift für Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach Partei, aus der CSU kommen ähnliche Töne.

Im Streit um die Gedenkstiftung für Vertreibung und die Rolle von Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) seiner Parteikollegin den Rücken gestärkt. "Wir können Frau Steinbach nicht opfern", sagte der stellvertretende Parteichef der Berliner Zeitung. Ihr geschehe ein "hohes Maß an Unrecht".

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Sitzt für die CDU im Bundestag: Erika Steinbach (© Foto: dpa)

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Wulff forderte zudem eine rasche Entscheidung über Steinbachs umstrittene Entsendung in den Beirat der Stiftung. Er hoffe, dass die Bundesregierung bald den von Steinbach vorgelegten Kompromissvorschlag annehme, sagte Wulff der Zeitung. Den Bund der Vertriebenen (BdV), dem Steinbach als Präsidentin vorsteht, lobte er als "mustergültiges Beispiel für den Aufbau unseres Landes".

Wulff lehnte allerdings die Forderung Steinbachs nach einer Aufgabe des Einflusses der Regierung bei der Stiftung ab. "Der Verband kann benennen, wen er will. Die Regierung bestätigt." Damit wies Wulff aber auch die Bedenken von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zurück, der Steinbach nicht im Stiftungsrat der Vertriebenen-Gedenkstätte sehen will, weil er Schäden für das deutsch-polnische Verhältnis fürchtet.

Auch aus Süddeutschland erhielt Steinbach Zuspruch: "Wir unterstützen den Kompromissvorschlag des Bundes der Vertriebenen", sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer der Passauer Neuen Presse. "Frau Steinbach hat ihre Hand ausgestreckt, die die Koalition jetzt nicht ausschlagen sollte."

Steinbach hatte ihren Verzicht auf einen Sitz im Stiftungsrat angeboten, falls die Bundesregierung ihren Einfluss auf die Besetzung aufgibt und der BdV mehr Sitze bekommt. Über diesen Vorschlag wird derzeit innerhalb der Koalition beraten.

FDP: Lösung im Februar

Nach derzeitiger Rechtslage kann der BdV zwar seine Vertreter benennen, über die Besetzung des Stiftungsrats entscheidet aber die Bundesregierung.

Steinbach ist unter anderem umstritten, weil sie 1991 im Bundestag nicht für die Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze gestimmt hatte.

Die FDP rechnet mit einer baldigen Lösung: Fraktionschefin Birgit Homburger zeigte sich zuversichtlich, den Streit um die Vertriebenenpräsidentin und das Zentrum gegen Vertreibung in absehbarer Zeit beilegen zu können. "Ich rechne damit, dass wir das Thema Steinbach noch im Februar zu den Akten legen können", sagte Homburger der Rheinischen Post.

"Wir sind im Gespräch und werden einen Vorschlag machen", erklärte Homburger zum Stand der Lösungsbemühungen innerhalb der schwarz-gelben Koalition. Allerdings gebe es "in Deutschland Wichtigeres als die Causa Steinbach".

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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/odg/jobr)