Wissenschaftliche Beratung Ban Ki Moon richtet Sachverständigenrat ein

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei der konstituierende Sitzung der 26 Mitglieder des neuen wissenschaftlichen Beirats der UN.

Ob Klimawandel oder Eindämmung von Konflikten auf der Welt - künftig werden sich die Vereinten Nationen in diesen Fragen Beratung aus der Wissenschaft holen.

Von Stefan Braun und Christopher Schrader

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat bei seinem Besuch in Berlin unerwartet deutlich an Deutschland appelliert, sich verstärkt weltweit zu engagieren. Ban sagte nach einem Treffen mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, als UN-Generalsekretär freue er sich sehr über jeden weiteren deutschen Beitrag.

Dabei richtete er den Blick auf Berlins Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel, aber auch auf den Einsatz zur Eindämmung von Konflikten auf der Welt. Er lobte in diesem Zusammenhang besonders Deutschlands Unterstützung für die Syrien-Friedenskonferenz in Genf und betonte zugleich, Deutschland sei gerade auch in diesem Fall ein wichtiger Partner, weil es "großen Einfluss auf andere Parteien" habe.

Große Übereinstimmung in der großen Koalition

Steinmeier seinerseits hob nach dem Treffen die Leistung der UN und ihres Generalsekretärs hervor, dem es gelungen sei, die Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen. Mit kleinen Schritten werde so größeren Erfolgen der Weg bereitet. Auf Berlins besondere Rolle zur Lösung des Syrien-Konflikts ging Steinmeier nicht ein.

Ähnlich deutlich wurde Ban nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Hier betonte der Gast aus New York, dass derzeit in Zentralafrika Menschenrechtsverletzungen immer verheerendere Ausmaße annähmen und er nur an die Völkergemeinschaft appellieren könne, nicht zu lange zu warten. Ban lobte in diesem Zusammenhang Überlegungen der EU, sich dort zu engagieren und betonte zugleich, auch wenn er sich mehr Engagement wünsche, liege es am Ende an der Kanzlerin und an der Bundesregierung, über konkrete Einsätze zu entscheiden.

Merkel betonte, dass es in der Regierung große Übereinstimmung in der Frage gebe, dass Deutschland seiner Rolle in der Welt gerecht werden müsse. Sie verwies darauf, dass es insbesondere mit Blick auf Mali Überlegungen gebe, mehr zu tun. Sie vermied es aber, eindeutige Aussagen über das künftige Engagement in Afrika zu treffen. Ban hält sich mehrere Tage in Deutschland auf.