Zwei US-Ministerien sind in der Affäre um private Militärfirmen im Irak unter immensen Druck geraten. Deren Sprecher haben inzwischen Berichte über eine angebliche Straffreiheit zurückgewiesen - Kongressabgeordnete schäumen trotzdem.
Führende Oppositionspolitiker der Demokraten reagierten mit scharfer Kritik auf Presseberichte, wonach die Mitarbeiter der umstrittenen Firma Blackwater Schutz vor Strafverfolgung zugesichert bekommen hätten.
Bild vergrößern
Blackwater-Männer bei einem Einsatz im Irak. Im Hintergrund kauern reguläre US-Soldaten (© Foto: AP)
Anzeige
Die Kritik konzentrierte sich auf Außenministerin Condoleezza Rice, deren Amt die privaten Militärfirmen im Irak engagiert hatte. Der Vorsitzende des Kontrollausschusses im Repräsentantenhaus, Henry Waxman, schrieb der Ministerin einen erbosten Brief, in dem er die Gewährung von Immunität als "ungeheuerliche Fehleinschätzung" bezeichnete.
Die Angelegenheit werfe "ernste Fragen darüber auf, wer die Immunität gewährt hat, wer im Außenministerium zustimmte und warum", schrieb Waxman, der Antworten der Exekutive bis spätestens Freitag verlangte. Der demokratische Senator Joseph Biden, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Senat, schrieb ebenfalls an Rice und stellte ähnliche Fragen.
Außenamtssprecher Sean McCormack trat den Anschuldigungen mit einer vagen Erklärung entgegen, in der er vor allem betonte, dass das Außenministerium nicht befugt sei, Schutz vor Strafverfolgung zu gewähren.
Dem Justizministerium waren Berichte nicht detailliert genug, doch gab die Behörde keinerlei Einzelheiten bekannt. Dabei berief sich ein Sprecher auf die andauernden Ermittlungen im Fall der Schießerei vom 16. September, bei der die 17 Zivilisten getötet worden waren.
"Alle Andeutungen, die betroffenen Blackwater-Angestellten hätten Immunität vor Strafverfolgung durch die Bundesbehörden gewährt bekommen, sind ungenau", sagte der Sprecher Dean Boyd.
Die Washington Post hatte zuvor berichtet, Mitarbeitern der Bundespolizei FBI, die über die Blackwater-Schießerei ermitteln, sei die Verwendung ihrer Erkenntnisse für mögliche Verfahren untersagt worden.
Die New York Times schrieb ihrerseits, interne Ermittler des Außenministeriums hätten den Blackwater-Angestellten Immunität angeboten, obwohl sie dazu nicht befugt seien.
Demnach wurde den Beteiligten zugesichert, sie würden nicht strafrechtlich verfolgt, wenn sie nur die Wahrheit über den Zwischenfall sagten. Auf diese Zusagen hätten sich einige der privaten Wachleute berufen und eine Aussage gegenüber dem FBI verweigert.
McCormack betonte, dass Rice die Überzeugung habe, dass "Menschen, die Regeln, Gesetze oder Vorschriften verletzt haben, sich auch dafür verantworten müssten". Schließlich sei es die Außenministerin gewesen, die das FBI um die Übernahme des Falles gebeten habe.
Die Schießerei hatte zu Spannungen zwischen den Regierungen in Washington und Bagdad geführt, da die Iraker die Kündigung des Blackwater-Vertrages forderten, nachdem eine irakische Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen war, die Wachmänner hätten ohne Not wahllos um sich geschossen.
(AFP/odg/gal)
Die Ärzte in München
Wie war das nochmal mit den gemeinsamen Werten?
Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichtkeit können gegen US-Amerikaner schon lange nicht verfolgt werden - Amis sind immer gut.
Die USA haben ein Gesetz, dass es verbietet, ihre Landsleute in Den Haag anzuklagen und sollte doch ein US-Rambo erwischt und nach Den Haag gebracht werden, ist die US-Armee und/oder der Geheimdienst verpflicht, diesen Verbrecher aus Den Haag mit Gewalt zu befreien.
Das schlimme daran ist, das die Weltgemeinschaft immer nur zusieht.
Albert Einstein hatte mal folgendes gesagt: "Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.
Ist es Ihnen entgangen? Die Amis sind die Herren der Welt. Und die dürfen alles.
Der Irak hat doch eine Regierung, mit Präsident von Bush's (Cheney's?) Gnaden, und allem drum und dran. Wie kann eine US-amerikanische Behörde Angestellten einer Privatfirma Straffreiheit auf dem Territorium einer souveränen Nation einräumen? Soll der Irak als 51ster Bundesstaat oder als Protektorat übernommen werden?
Es ist schon erschreckend, wie rechtsstaatliche und völkerrechtliche Grundregeln zur Erzielung kurzfristiger Einsparungen und zur Umgehung lästiger Gesetze (Söldner statt Soldaten) aufgegeben werden.
Paging