Wikileaks-Enthüllung zu Russland Der "Mafia-Staat" des Wladimir Putin

Die USA geben sich als Verbündeter Moskaus, doch die von Wikileaks veröffentlichten Depeschen zeichnen ein anderes Bild. "Brutal und korrupt" sei Russland, der Kreml erscheint als Zentrum des Korruptions-Sumpfes. Premier Putin soll von einem spektakulären Mord gewusst haben.

Eine harmonische Partnerschaft mit Russland ist eines der außenpolitischen Ziele von US-Präsident Barack Obama. Nach außen hin sahen die bisherigen Bemühungen auch durchaus vielversprechend aus. Was amerikanische Diplomaten tatsächlich von der russischen Regierung halten, zeigen geheime Botschaftsdepeschen, die die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht hat. Deren Inhalt ist für die Russen wenig schmeichelhaft.

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Ein mafiöser Staat, auf dessen Führung man wenig Hoffnung setzen könne - das ist zusammengefasst das Urteil des amerikanischen Botschafters in Moskau über den vermeintlichen Partner aus Russland. Moskau wird in Depeschen der US-Botschaft, aus denen mehrere Medien zitieren, als eine Stadt in den Händen der "Kleptokratie" (einer Herrschaft von Dieben) geschildert.

Die Polizei, die Sicherheitskräfte und die Behörden kassierten angeblich Schmiergelder, die immer weiter nach oben gereicht würden - teilweise bis in den Kreml. Die Einschätzung stammt aus einer Zeit, in der noch der inzwischen geschasste und umstrittene Bürgermeister Juri Luschkow die Stadt regierte.

Der Kreml wird in den US-Depeschen als "das Zentrum einer Konstellation offizieller und quasioffizieller Gaunereien" charaktisiert, berichtet die New York Times. Russland sei "stark zentralisiert, manchmal brutal und unabänderlich zynisch und korrupt".

Kriminelle stünden in Russland de facto unter dem Schutz der Polizei, der Geheimdienste und der Staatsanwaltschaft, zitiert der Londoner Guardian aus den Wikileaks-Dokumenten.

Aus einer Depesche geht laut der britischen Zeitung hervor, dass es sich nach Ansicht des spanischen Staatsanwaltes José Gonzalez bei Russland "quasi" um einen "Mafia-Staat" handle, dessen Politiker "Hand in Hand" mit der organisierten Kriminalität arbeiteten.

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