Die Wikileaks-Dokumente offenbaren brisante Prozesse im Nahen Osten: Demnach paktieren zahlreiche arabische Staaten mit den USA gegen den Iran. Sie sollen Washington auch zu einem Angriff aufgefordert haben.
Die von Wikileaks enthüllten geheimen Depeschen der US-Regierung werfen auch ein Schlaglicht auf brisante politische Prozesse im Nahen Osten. Aus den unter anderem vom Spiegel und dem Guardian auf ihren Internetseiten veröffentlichen Depeschen von US-Diplomaten geht hervor, dass zahlreiche arabische Staaten mit den USA gegen den Iran paktierten. König Abdullah von Saudi-Arabien habe Washington dazu gedrängt, den Iran anzugreifen, um das Atomprogramm des Landes zu zerstören.
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Der König sagte demnach, Irans Ziel sei es "Probleme zu verursachen" und "der Welt Angst einzuflößen". Er habe von den USA verlangt, "der Schlange den Kopf" abzuschlagen". Bahrain und Jordanien hätten ebenfalls zu einem Militärschlag im Iran aufgerufen. Auch in den Arabischen Emiraten und Ägypten sei der Iran als "Macht, die uns in den Krieg zieht" angesehen worden.
Doch auch Israel drängte Washington offenbar dazu, Iran anzugreifen. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak soll laut
Guardian
den Dokumenten zufolge im Juni 2009 geäußert haben, es gebe ein "Zeitfenster von sechs bis 18 Monaten", in dem ein militärisches Eingreifen zur Zerstörung der Nuklearanlagen im Iran günstig sei.
US-Quellen bezeichneten das Drängen der Israelis auf eine militärische Lösung als "größer denn je". Nach Ablauf dieser Zeit wäre ein Militärschlag mit nicht mehr akzeptablen Kollateralschäden verbunden.
Eine dokumentierte Aufzeichnung von US-Verteidigungsminister Robert Gates gibt ihn mit den Worten wieder, wenn nicht bald eine diplomatische Lösung im Iran erreicht sei, werde es zur Verbreitung von Atomwaffen oder zu einem israelischen Militärschlag kommen - oder beides.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/aho)
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