Wie Guttenberg die Wehrpflicht abschaffteSechs Monate für das Undenkbare

An diesem Mittwoch gibt Thomas de Maizière die Eckpunkte der radikalsten Bundeswehr-Reform bekannt. Angestoßen hat diese de Maizières Vorgänger: In nur sechs Monaten schaffte es Karl-Theodor zu Guttenberg die Wehrpflicht, den einstigen Markenkern konservativer Politik, abzuschaffen. Wie es dem früheren Parteiliebling gelang, die CSU und die Kanzlerin zu überzeugen - und wieso die einstigen Kritiker nun wieder laut werden.

An diesem Mittwoch gibt Thomas de Maizière die Eckpunkte der radikalsten Bundeswehr-Reform bekannt. Angestoßen hat diese de Maizières Vorgänger: In nur sechs Monaten schaffte es Karl-Theodor zu Guttenberg die Wehrpflicht, den einstigen Markenkern konservativer Politik, abzuschaffen. Wie es dem früheren Parteiliebling gelang, die CSU und die Kanzlerin zu überzeugen - und wieso die einstigen Kritiker nun wieder laut werden. Eine Chronologie in Bildern.

Karl-Theodor zu Guttenberg am 26. Mai 2010 in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg: Der Verteidigungsminister ist zu Gast bei der Tagung der Kommandeure der Streitkräftebasis. In einer Grundsatzrede verkündet Guttenberg das Anfang vom Ende der Wehrpflicht. Er tastet sich vorsichtig an das Thema heran, kommt auf die schwierige Haushaltslage zu sprechen. Er sagt, dass auch der Verteidigungsetat einen Beitrag zur Konsolidierung des Bundeshaushalts leisten müsse.

Seine Argumentation: Weil er sparen will, wird die Bundeswehr kleiner. Folglich fällt die Wehrpflicht weg. Sparanstrengungen im Verteidigungsressort gelten als ungewöhnlich: Guttenbergs Amtsvorgänger hatten sich immer lautstark gegen Kürzungen gewehrt.

Bild: APN 16. Mai 2011, 15:292011-05-16 15:29:34 © sueddeutsche.de/hai/mati