Forschungsministerin Bulmahn will besonders leistungsfähige Einrichtungen von 2006 an fünf Jahre lang fördern.
Mit einem Wettbewerb will die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn (SPD), bis zu fünf Spitzenuniversitäten mindestens fünf Jahre lang mit je 50 Millionen Euro fördern.
Anzeige
Das geht aus dem Manuskript einer Rede hervor, in der die Ministerin am heutigen Montag auf einem Innovationskongress in Berlin ihre Pläne vorstellen will.
Deutschland habe viele gute Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen, heißt es in dem Manuskript, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Es fehlten aber Spitzenunis, die weltweit strahlten und die klügsten Köpfe anlockten.
2006 könnte die Förderung starten
Für den Wettbewerb "Brain up! Deutschland sucht seine Spitzenuniversitäten!", der noch vor der Sommerpause starten soll, sollen Hochschulen in einer Skizze aufzeigen, wie sie an die internationale Spitze gelangen wollen.
Eine Jury, der vor allem nationale und internationale Wissenschaftler angehören werden, soll zehn Entwürfe auswählen. Diese werden Bulmahns Plänen zufolge Geld erhalten, um ein umfassendes Konzept auszuarbeiten. In einer zweiten Runde werden - je nach Qualität der Vorschläge - drei bis fünf Hochschulen prämiert.
2006 könnte die Förderung starten. Insgesamt würde der Wettbewerb zusätzliche Forschungsausgaben von bis zu 250 Millionen Euro nach sich ziehen.
Forderung nach mehr Qualität und Effizienz
Zwar sind Mittel dafür im Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bisher nicht vorgesehen. Aus dem BMBF hieß es, Bulmahn erwarte aber, dass die Regierung im Rahmen der geplanten Innovationsoffensive zusätzliche Mittel bereitstellen werde.
Man könne die Summe jedoch auch aus dem BMBF-Haushalt bestreiten. An der zugesagten Erhöhung von etwa drei Prozent für Forschungsorganisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft wolle man jedoch festhalten. Bulmahn wird den Organisationen Planungssicherheit zusagen, im Gegenzug wird sie aber mehr Qualität und Effizienz einfordern.
Mitte Februar, so eine Ministeriumssprecherin, wolle Bulmahn mit den Spitzen der Organisationen über genaue Zielvereinbarungen beraten. Welche Kriterien die Hochschulen für den Wettbewerb erfüllen müssen, soll in Absprache mit der Jury festgelegt werden.
"Positive Leistungsspirale"
Fest steht, dass wissenschaftliche Exzellenz, die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungsinstituten, eingeworbene Drittmittel, Internationalisierung, modernes Management und eine gute Betreuung der Studenten dazugehören werden.
Auf ähnliche Kriterien stützt sich ein Ranking, das der Wissenschaftsrat im Auftrag des Ministeriums derzeit erarbeitet. Auf dessen Ergebnisse, die erst 2005 vorliegen dürften, wollte Bulmahn jedoch nicht warten.
Noch bevor die Förderung für die prämierten Hochschulen ausläuft, soll der Wettbewerb erneut ausgeschrieben werden. Dabei können sich bereits ausgezeichnete, aber auch andere Hochschulen bewerben. Auf diese Weise hofft Bulmahn, eine "positive Leistungsspirale" in Gang zu setzen.
(SZ vom 26.01.2004)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS