In der Koalition ist der EU-Beitritt der Türkei umstritten. Dennoch empfangen die Türken den neuen Außenminister der Liberalen besonders freundlich - aus einem einfachen Grund.
Deutsche Politiker werden in der Türkei meist mit ausgesuchter Höflichkeit empfangen. Die Aufmerksamkeit für den neuen deutschen Außenminister übertraf jedoch das Übliche. Das hat gute Gründe.
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FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle auf Türkei-Besuch. (© Foto: AFP)
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Die deutschen Liberalen waren für die Türken bislang unbekannte politische Wesen. Rasch aber hat die Regierung in Ankara gemerkt, was sie an Westerwelle hat, nämlich einen Chefdiplomaten, der seine neue Rolle genießt und deshalb auch gar nicht vorhat, die Linie der Berliner Außenpolitik zu verändern.
Und die lautet seit Joschka Fischer und Frank-Walter Steinmeier: Die Türkei kann Mitglied der EU werden, aber wann, ist offen. Es kann auch am St. Nimmerleinstag sein.
Westerwelle macht es zudem gar nichts aus, seine türkeiskeptischen Koalitionspartner in Berlin und damit auch die Bundeskanzlerin herauszufordern, durch ein besonders schneidiges Auftreten in Ankara zum Beispiel, wo man Selbstbewusstsein zu schätzen weiß. Dass sich die CSU insbesondere deshalb über den Vizekanzler ärgert, kommt dem nur gelegen. Schließlich dient dies der eigenen Profilierung.
In der Sache aber hat Westerwelle, was Ankara betrifft, recht. Erstmals seit Jahrzehnten, vielleicht überhaupt in ihrer Geschichte, macht die Türkei eine global orientierte Außenpolitik, die auf die Lösung von Konflikten zielt. Der Türkei gerade jetzt die EU-Perspektive zu nehmen, wäre höchst unklug, zumal auch Europa von guten Beziehungen zu Ankara profitiert.
Ein Abbruch der EU-Gespräche, wie er von Teilen der Union gefordert wird, würde zudem all jene in der Türkei vor den Kopf stoßen, die in Europa den Garanten für eine weitere Demokratisierung ihres Landes sehen.
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(SZ vom 08.01.2010)
Szene München
... ist das nicht jenes Land, das jüngst seinen Völkermord an etwa 1,5 Mio. Armeniern als "kriegsbedingte Umsiedelungsaktion mit einigen individuellen Härten" umdeklariert hat? Und aus jedem Land, das es "wagt", eine realistischere Sicht auf diese Handlungen zu entwickeln, seinen Botschafter abzieht.
Wer so gereift und geläutert mit den heiklen Momenten seiner Geschichte umgeht, ist für die Aufnahme in die europäische Völkerfamilie geradezu prädestiniert.
Man fragt sich unwillkürlich, warum Deutschland mit dem Holocaust nicht ähnlich pragmatisch verfährt. Immerhin war "Umsiedelungsaktion" auch der ursprünglich gewählte Begriff für den Massenmord an Europas Juden...
Aber genug Sarkasmus für jetzt...
Ein Land, dass jede ernsthafte Diskussion, geschweige denn Aufarbeitung der dunklen Stellen seiner Geschichte hartnäckig verweigert und bei jeder Erinnerung daran wie ein bockiges und trotziges Kleinkind reagiert, ist IMHO schlichtweg nicht reif für Europa. Allein schon die Existenz eines Straftatbestands "Verunglimpfung des Türkentums" ist grotesk. Man könnte fast geneigt sein, zu lachen - wenn dessen konsequente Anwendung zum Mundtotmachen von kritischen Geistern nicht so traurig wäre...
Zitat: Erstmals seit Jahrzehnten, vielleicht überhaupt in ihrer Geschichte, macht die Türkei eine global orientierte Außenpolitik, die auf die Lösung von Konflikten zielt.
^^
Ach wann den wo den wie denn? Das muß ich verpasst haben.
Man muß sich einfach klar sein das mit dem neuen Europavertrag die Türkei nach einem beitritt die stärkste Fraktion in ganz Europa wäre. Stimmgewichtiger als Frankreich, deutschland und GB. Bei aller liebe das geht nicht.
"Das unbekannte Wesen" ...!? ersteinmal zu diesem...
Ich hoffe, daß der Herr-Frau Westerwelle seine Gesprächspartner zu den verhafteten Terroristen im Dozenten, Professoren- und Journalisten, Generäle, Industrielle mit Internationaler Auszeichnung und Honnoration fragen wird... Natürlich nicht... Denn EU hält diese Professoren, Dozenten selber für Terroristen... Noch eins zu den verhafteten Generälen... Sie sind unter fernerliefen Offiziere der OTAN gewesen, hoffentlich wagt der Herr-Frau WW. bei den offiziellen OTAN-Stellen über diese Telöristischen Generäle nachzufragen... Soweit wir wissen waren einige ständig mit OTAN-Stellen in Kontakt... Nun zu Fr. Schlötzer...
WO soll man anfangen bei so viel Desinformation und Irreführung der Deutschen Öffentlichkeit, wie.!?
Chefdiplomat Westerwelle.!? Nein, er ist kein Diplomat... Er ist höchsten Politiker seines Kalibers selbst...
EU-Mitgliedschaft der Türkei.!? Richtig, Skt. Nimmerleinstag... Was irreführend ist... Hierunter muß man Skt. "Nimmerleinstag=Niemals" verstehen... Es ist auch nicht beabsichtigt... Weder von Herrn Vasall R.T. Erdogan noch von seinen Gönnern aus dem Westen... Es wäscht quasi eine Hand die Andere... Der Vasall hilft seinen Gönnern zu den Politischen Zielen und zwar um die Seine... Man muß sagen er hat viel geschafft... Er, der die Türkei von einem Türkischen multikulturell islamischen Staat wohl umgeformt haben möchte, genieß das Wohlwollen seiner Gönner aus dem tiefsten Westen bis zum östlichsten Zipfel des Westens... Nicht umsonst haben Sie ihn letztes Jahr mit rund 70-Mrd.$ unterstützen müssen...
G. W. und schneidiges Auftreten...
Das passt alleine zu seinem Habitus als schwuler Mensch würde ich sagen...
Daß CDU-CSU an seiner Unerfahrenheit + Vermögen profilieren ist gewiss, aber verwerflich... Denn auf der Strecke bleibt die Außenpolitik einer ehrbaren Nation, nämlich die, der Deutschen...
Ach ja!? Die seit nunmehr sieben Jahren globalorientierte Politik der Türkei!? Gelinde gesagt, ist es eine Katastrophe... Kaukasus.!? Da wurde der Vasall R.T. Erd. wohl vermitteln geschickt... Der Erfolg ist: Georgien hat 1/2 seines Territoriums verloren... Die Armenier haben wohl bekommen, was der Vasall von seinen Gönnern diktiert bekommen hat, aber die Azerbeidzaner unterzeichnen seit dem die Gas-Öl-Abkommen nunmehr mit den Russen... Ach ja... Die Vermittlung zwischen Syrien und Äsräel... Noch letzte Woche hat's sich der Äsräelischer Außenminister verbeten... Nur, ulkiger Weise spiele
Zitat:"Der Türkei gerade jetzt die EU-Perspektive zu nehmen, wäre höchst unklug, zumal auch Europa von guten Beziehungen zu Ankara profitiert."
Der Türkei überhaupt eine EU-Perspektive (in Form einer möglichen Vollmitgliedschaft) zu geben, war und ist nicht im Sinn der europäischen Bevölkerungen (siehe das damalige Rumoren in der Bevölkerung).
Gute Beziehungen setze ich gegenüber Nachbarstaaten voraus bzw. bemühe mich sowieso darum, aber welche Vorteile hat Europa von einer Türkei?
Zum Artikel: Jeder Wolf der ein paar Geislein sieht, wird sich sofort einen großen Karton Kreide kaufen......
Wenn jemand etwas will ist er gezwungen höflich und nett zu sein. Die türkischen Politiker wissen genau das sie auch zu einem deutschen Aussenminister nett sein müssen wenn sie das Ziel Europa erreichen wollen. Es ist fast schon egal wie dieser im Moment dazu steht, es geht darum in einzufangen. Ob der Westerwelle heisst oder anders wird den Türken in der Erreichung ihre Ziele wohl egal sein. Die Legislaturperiode der momentanen Bundesregierung wird nicht ausreichen hier konkrete Entscheidungen zu treffen. Was Westerwelle hier gut gemacht haben soll erschliesst sich mir auf jeden Fall nicht weil er nicht als Bittsteller auftreten musste.
Paging