Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ist der Kandidat der US-Demokraten für die Präsidentschaft im Irak eingetroffen. Obama will nach seinem Wahlsieg die amerikanischen Soldaten innerhalb von 16 Monaten abziehen und wird sich mit US-Generälen und dem irakischen Ministerpräsident al-Maliki beraten.

"Senator Barack Obama ist heute morgen im Irak eingetroffen als Teil einer Kongressdelegation, zusammen mit den Senatoren Chuck Hagel und Jack Reed", sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Bagdad. Im Laufe des Tages seien Gespräche mit ranghohen Vertretern des Iraks, der multinationalen Truppen und der US-Botschaft geplant. Es wird erwartet, dass Obama auch Ministerpräsident Nuri al-Maliki trifft.

Der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten, Barack Obama, ist in Bagdad angekommen. (© Foto: AP)

Anzeige

Der Präsidentschaftsbewerber hat angekündigt, die US-Truppen im Falle seines Wahlsieges innerhalb von 16 Monaten aus dem Irak abzuziehen. Nur einige kleinere Einheiten sollten dann noch zurückbleiben, um Amerikaner zu schützen, die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte fortzusetzen und um gegen die Terroristen der al-Qaida zu kämpfen.

Al-Maliki, der am Dienstag Berlin besuchen wird, hat im Nachrichtenmagazin Der Spiegel seine Unterstützung für Obamas Plan erklärt. Al-Maliki sagte: "Das, finden wir, wäre der richtige Zeitraum für den Abzug, geringe Abweichungen vorbehalten". Nachdem US-Medien über diese Äußerung berichtet hatten, versuchte al-Maliki nach einem Bericht der New York Times, diese zu relativieren. Angeblich seien seine Äußerungen falsch übersetzt worden.

Obamas genaue Reisepläne waren wegen des Risikos eines Anschlags im Irak geheim gehalten worden. Zum Auftakt seiner einwöchigen internationalen Wahlkampftour hatte sich der 46-Jährige in Afghanistan für eine Verstärkung der US-Truppen in dem Land ausgesprochen, da er die Lage dort als prekär und akut ansieht. Die USA sollten mit Planungen für eine Verlegung von US-Soldaten aus dem Irak nach Afghanistan beginnen, hatte er in einem Interview am Sonntag gesagt.

Obama reiste aus Kuwait in den Irak. Das Land ist nach Afghanistan Obamas zweite große Station auf der Mehrländer-Reise, mit der er im Wahlkampf sein außenpolitisches Profil schärfen will. Gerade auf diesem Feld beansprucht sein Rivale John McCain mehr Kompetenzen. Am Donnerstag wird Obama in Berlin erwartet, weitere Stationen sind Jordanien, Israel, Frankreich und Großbritannien.

Vor einigen Tagen ergab eine Umfrage der TV-Senders ABC News und der Zeitung Washington Post, dass 72 Prozent der Amerikaner McCain für einen guten Oberkommandierenden halten. Lediglich 48 Prozent würden das von Obama behaupten.

Leser empfehlen 

(Reuters/AFP/dpa/mati/cgr)