In einer neuen Umfrage bewerten 38 Prozent der Polen das Verhältnis zum Nachbarnland als positiv - doppelt so viele wie im Vorjahr.
Der Machtwechsel in Polen im Oktober 2007 scheint sich positiv auf die deutsch-polnischen Beziehungen ausgewirkt zu haben. In einer aktuellen Umfrage des Warschauer Meinungsforschungsinstituts CBOS bewerten 38 Prozent der Polen das gegenseitige Verhältnis zwischen den Nachbarn als gut - mehr als doppelt so viel im zu Juli 2007 (18 Prozent).
Bild vergrößern
Donald Tusk zu Antrittsbesuch in Berlin. Die Hälfte der jungen Polen sehen das deutsch-polnische Verhältnis als positiv. (© Foto: dpa)
Anzeige
Der ehemalige Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski musste im Oktober vergangenen Jahres eine Niederlage gegen seinen Herausforderer Donald Tusk einstecken. Die Wahl galt als richtungsweisend: Tusk setzt auf eine weitere Integration Polens in die EU und auf gute Beziehungen zu den Nachbarn, während die Außenpolitik des rechtskonservativen Kaczynski auf Konfrontation ausgerichtet war.
Die negativen Einschätzungen der deutsch-polnischen Beziehung gehen auf 9 Prozent zurück. Das sind dreizehn Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Für die größte Gruppe der Befragten, 47 Prozent, ist das deutsch-polnische Verhältnis weder gut, noch schlecht. An der CBOS-Umfrage hatten sich vom 11. bis 14. April 1101 repräsentativ ausgewählte Bürger beteiligt.
Bei jungen Leuten bis 24 Jahren erreichte die positive Bewertung fast 50 Prozent. Misstrauisch bleiben dagegen vor allem ältere Menschen über 65 Jahren.
Für das größte Hindernis im Verhältnis zwischen Berlin und Warschau halten die meisten Befragten die deutsche Geschichtspolitik. Genannt wurden in diesem Zusammenhang vor allem das Dokumentationszentrum für Vertriebene, deutsche Eigentumsansprüche sowie die deutsch-russische Ostsee-Pipeline. Trotzdem halten 53 Prozent eine gemeinsame Geschichtsinterpretation für möglich. 34 Prozent schließen das aus.
(dpa/hai/odg)
Szene München