Von Von Marc Hujer

Wegen der Anti-Terror-Maßnahmen haben British Airways und Aeromexico Flüge nach Amerika abgesagt, US-Kampfjets eskortieren mehrere Maschinen.

Washington - Die Anti-Terror-Maßnahmen der amerikanischen Regierung beeinträchtigen den internationalen Luftverkehr immer stärker. Nachdem über Weihnachten sechs Flüge der Air France zwischen Paris und Los Angeles abgesagt worden waren, traf es nun zwei Flüge der British Airways zwischen London und Washington. Außerdem wurden zwei Aeromexico-Flüge nach Los Angeles gestrichen. Nach Zeitungsberichten erhielten zahlreiche Passagiermaschinen bis zu ihrer Landung in den USA Begleitschutz von Kampfjets. Anlass waren jeweils Warnungen der Geheimdienste vor neuen Terroranschlägen.

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British Airways nannte als Grund für die Streichungen einen "Sicherheitshinweis" der Regierung in London. Die 180 Passagiere auf dem Flug nach Washington wurden auf andere Flüge umgebucht. Auch für die Aeromexico-Reisenden verzögerte sich die Ankunft in die USA. Mit mehreren Stunden Verspätung durften sie in der Nacht auf Donnerstag mit der Gesellschaft Mexicana nach Los Angeles fliegen. Schon an Weihnachten musste eine Maschine etwa 15 Minuten nach dem Start in Mexiko-Stadt umkehren, nachdem Zweifel aufgekommen waren, ob die Passagiere ausreichend überprüft worden waren.

Bomber als Begleitschutz

Wie die Washington Post berichtete, begleiteten F-16-Bomber der amerikanischen Luftwaffe am Dienstag und Mittwoch mehrere Maschinen der Air France und der British Airways vor ihren Landungen in den USA. Washington hatte vor Anschlägen der al-Qaida von Osama bin Laden während der Feiertage gewarnt und die Sicherheitsmaßnahmen im ganzen Land verschärft. Seither gilt die zweithöchste Terrorwarnstufe Orange.

Zweifel und Verärgerung an den Vorkehrungen

In Frankreich wurden unterdessen Zweifel an den Sicherheitsvorkehrungen in den Vereinigten Staaten laut. So wurden die sechs Flüge zwischen Paris und Los Angeles über die Weihnachtsfeiertage aufgrund eines Fehlalarms gestrichen. Ein Sprecher des französischen Innenministeriums erklärte, die Verbindungen seien abgesagt worden, weil die US-Bundespolizei FBI Namen auf der Passagierliste verwechselt habe. Demnach trugen sechs Fluggäste auf den Passagierlisten Namen, die denen mutmaßlicher Terroristen ähneln. Das FBI bestätigte einen Bericht des Wall Street Journal, wonach unter anderem ein Kind ins Visier der Ermittler geriet, weil es ähnlich heißt wie der Anführer einer tunesischen Terrorgruppe. Zudem seien ein Versicherungsmakler aus Wales und eine ältere chinesische Restaurantbesitzerin die Aufmerksamkeit des FBI erregt.

Die mexikanische Regierung zeigte sich verärgert, nachdem die zwei Aeromexico-Flüge gestrichen worden waren. Präsidentensprecher Agustin Gutierrez sagte, die mexikanischen Behörden hätten lediglich auf Druck aus den USA reagiert. Die Vereinigten Staaten hätten mit einem Landeverbot in Los Angeles gedroht. Eine Erklärung, warum der Flug als Risiko eingestuft worden sei, habe es nicht gegeben, sagte Gutierrez. Die USA wiesen diese Darstellung zurück. Mexiko habe die Entscheidung, "in enger Absprache mit den Vereinigten Staaten" selbst getroffen, teilte die US-Botschaft in Mexiko-Stadt mit.

Strengere Einreise-Bestimmungen

Washington hat unterdessen auch die Einreise-Bestimmungen verschärft. Geschäftsleute, Austauschstudenten und andere Personen, die mit einem Visum in die einreisen, müssen vom 5. Januar an neue Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. So werden sie bei der Einreise fotografiert und müssen sich ihre Fingerabdrücke digital abnehmen lassen. Für normale deutsche Touristen, die ohne Visum einreisen, ändert sich dagegen nichts. Sie können die Grenze wie bisher nach der Passkontrolle passieren. In Brasilien sind die verschärften Regelungen auf Proteste gestoßen. Ein Richter ordnete entsprechende Vergeltungsmaßnahmen gegen einreisende amerikanische Bürger an. So müssen sich von sofort an alle Amerikaner, die über den Flughafen von Sao Paulo nach Brasilien einreisen, fotografieren und Fingerabdrücke abnehmen lassen. Bundesrichter Julier Sebastiao da Silva hatte seine Entscheidung mit dem Prinzip der Gegenseitigkeit im internationalen Recht begründet. Da Silva sprach von Diskriminierung und einem Verstoß gegen die Menschenrechte. Sein Urteil könnte noch von einer höheren Instanz kassiert werden.

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(SZ vom 03./04.01.2004)