Das Treffen der "Ausländerhasser" in seiner liberalen Heimatstadt Köln sei eine Provokation sagt Günter Wallraff. In einer Stellungnahme für sueddeutsche.de wünscht sich der Schriftsteller und Journalist, dass man gegen Islamfeinde genauso protestiert, wie gegen Verbrechen, die im Namen des Islam verübt werden.
"Ich wohne unmittelbar im Windschatten dieses Steins des Anstoßes, der im Aufbau befindlichen Moschee in Köln-Ehrenfeld. Starke Bedenken habe ich gegenüber dem Bauträger, der 'Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion', kurz DITIP.
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Schriftsteller, Undercover-Journalist und Kölner: Günter Wallraff (© Foto: dpa)
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Diese Organisation wird vom Präsidium für Religiöse Angelegenheiten in Ankara gesteuert, das dafür bekannt ist, in der Türkei eine intolerante Politik gegenüber anderen Glaubensrichtungen zu betreiben. Dennoch befürworte ich den Moscheebau.
Die europäischen Rechtsextremisten haben sich Köln als Treffpunkt unter dem Vorwand des Moscheebaus ausgesucht. Das ist eine Provokation, denn die Domstadt ist an sich weltoffen und liberal.
Die Brandstifter in der Maske von Biedermännern haben mit ihrer Hetze gegen den Moscheebau allerdings geschafft, viele Kölner zu verunsichern.
Von Fehlern, die auch die politische Linke macht
Schuld daran haben die Politiker, die bis heute nicht dafür gesorgt haben, dass Migrantenkinder - auch wenn sie in Deutschland geboren wurden - diesselben Bildungschancen erhalten.
Dies hat zur Folge, dass sich Ghettos bilden, dass Bildung und Integration verhindert werden - davon profitieren die Ausländerhasser, hier setzen sie an.
Auch die politische Linke macht den Fehler, zu zögern, wenn es darum geht, schlimmste Verbrechen anzuprangern, die im Namen des Islam verübt werden.
Da kommen wir nun mal nicht dran vorbei: In Iran werden zum Beispiel die Bahai verfolgt und vom Islam abgefallene inhaftiert, gefoltert oder ermordet, Frauen erleiden Grausamkeiten, Fundamentalisten berufen sich auf den Koran zur Rechtfertigung für ihr absurdes Morden.
Mit der differenzierten Kritik halten sich viele weltoffene und aufgeklärte Menschen zurück, auch solche, denen ich nahestehe wie den Grünen und Vertretern der evangelischen Kirche, die sich für Integration und Immigranten einsetzen. Sie wollen den Rechtsextremen keine Munition zu liefern.
Auf Seite 2: Günter Wallraff erklärt, warum undifferenziertes Lager-Denken schon in Zeiten des Kalten Krieges falsch war und erklärt, warum er Großmoscheen für ein Auslaufmodell hält.
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Nein, ... die meisten Diskutanten ....
... D I E meisten Diskussionen... muss es heißen,
Waren Sie dabei ? In den meisten Diskutanten hat eben die Rolle der DITIP als Bauherr und Finanziere rbewegt. Darunter auch einige Türkinnen und Türken, die dabei an die großen Demonstrationen gegen eine weitere Islamisierung der türkischen Gesellschaft unter Erdogan erinnert haben.
Wie Sie richtig feststellen, halten sich nicht nur viele, sondern alle politischen Kräfte in Köln mit einer differenzierten Kritik zurück, weshalb die Bewegung Proköln sich überhaupt erst bilden konnte. Unter differenzierter Kritik verstehe ich übrigens auch nicht, in der dermaleinst fertiggestellten Moschee Salman Rushdies "Satanische Verse" verlesen zu lassen, wie Sie einmal vorschlugen.
Viele Kritiker lehnen diesen Bau ab, eben weil eben diese DITIP Finanzierer und Bauherr ist. Dies ist in den vorausgegangenen Diskussionen in der Kölschen Presse (Monopol !) nicht zur Geltung gekommen. Man hat sich dazu entschlossen, die Kritiker dieses Baus zu diffamieren und zu beleidigen. Islamkritik wurde und wird gleichgesetzt mit Rassismus. Niemand fragt sich, welche "Rasse" der Islam denn nun ist.
Das vergangene Wochenende macht da keine Ausnahme. Im Strudel dieser unseeligen Stigmatisierungsversuche aller Kritiker ("Rassisten" "Faschisten") ist dabei auch noch ein paar anderen demokratischen Rechten das Grab geschaufelt worden.
Die Entscheidung über den Bau der Moschee ist - ohne ernst zu nehmende Bürgerbeteiligung - längst gefallen. Sie werden deshalb in Köln wohl vergeblich zu einer - viel zu spät eingeforderten - "differenzierten Islamkritik" einladen.
Werter Herr Heiner,
zu welchen Zahlen wollen Sie etwas wissen? Wenn ich Ihnen weiterhelfen kann, werde ich das gerne tun.
Haben Sie eigentlich den Artikel, an den sich diese Kommentare anschließen, überhaupt gelesen?
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