Es geht los: Das erste Ergebnis der US-Wahl ist ein Sieg für Obama, doch die Kandidaten kämpfen bis zuletzt. Sarah Palin wird kurz vor Öffnung der Wahllokale von Schuldvorwürfen entlastet.
Mit der Erwartung einer Rekordbeteiligung hat am Dienstag die Präsidentschaftswahl in den USA begonnen. Ob der Demokrat Barack Obama - wie von den Demoskopen erwartet - gewinnt oder ob sein republikanischer Rivale John McCain doch noch siegt, steht erst in der Nacht zum Mittwoch fest.
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Auftakt in zwei ostamerikanischen Dörfchen
Doch das erste Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den USA steht bereits fest: Barack Obama fuhr am Dienstag in zwei Mini-Gemeinden in New Hampshire einen deutlichen Sieg vor John McCain ein. In Dixville Notch stimmten 15 Einwohner für den Demokraten, 6 für den Republikaner. Bislang hatten in dem Ort meist die republikanischen Kandidaten die Nase vorn. Der Nachbarort Hart's Location meldete 17 Stimmen für Obama, 10 für McCain und 2 für einen weiteren Bewerber um das höchste Staatsamt.
Die Einwohner von Dixville Notch und Hart's Location sorgen traditionell für den Auftakt der Präsidentschaftswahl. Die Möglichkeit dazu gibt ihnen das Wahlgesetz des Staates New Hampshire. Dieses sieht zwar vor, dass die Wahllokale um 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) öffnen. Aber einzelnen Gemeinden ist es freigestellt, auch schon früher zu beginnen. Schließen dürfen die Wahllokale, sobald alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Und dann kann auch gleich die Auszählung beginnen.
Erster Wähler per Los
Erster Wähler in Dixville Notch war Tanner Nelson Tillotson. Das Privileg wurde ihm per Los zugeteilt. Länger Anstehen mussten die übrigen Wähler aber auch nicht: Für jeden gab es eine Kabine im eigens dafür hergerichteten Hotelsaal.
Auch diesmal haben in den USA 29 Millionen Bürger in 30 der 50 US-Staaten die Möglichkeit genutzt, schon vor Öffnung der Wahllokale ihre Stimme abzugeben. Die hohe Beteiligung an diesem "Early Voting" wurde als Vorteil für Obama betrachtet.
Kopf-an-Kopf-Rennen in Florida
Wahlberechtigt waren am Dienstag insgesamt 213 Millionen Bürger. Nach einer letzten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Zeitung "USA Today" wollen 53 Prozent der Befragten Obama als neuen Präsidenten, 42 Prozent sind für McCain. In anderen Umfragen betrug der Vorsprung für Obama sieben bis acht Prozentpunkte. Nach jüngsten Umfragen der Universität Quinnipiac führt Obama in den beiden als möglicherweise entscheiden betrachteten Staaten Ohio und Pennsylvania, während sich in Florida ein Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnet.
Gewählt wurden am Dienstag 538 Wahlmänner in den 50 einzelnen Staaten sowie im Hauptstadtbezirk Washington D.C. Derjenige Kandidat, der in einem Staat die meisten Stimmen bekommt, erhält alle Wahlmännerstimmen dieses Staates. Sobald ein Kandidat mindestens 270 Wahlmännerstimmen gesammelt hat, ist die Wahl entschieden.
Wahlkampfmarathon bis zur letzten Minute
Bis zuletzt kämpften Obama und McCain noch um jede Stimme. Dabei beschränkte sich Obama auf Kundgebungen in drei US-Staaten, in denen vor vier Jahren die Republikaner von Präsident George W. Bush gewannen. Deren Kandidat McCain eilte am letzten Tag des Wahlkampfs durch sieben bis zuletzt besonders umkämpfte Staaten.
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