Die SPD-Spitze will heute ihr Programm für die Bundestagswahl beschließen. In dem vorliegenden Entwurf verzichtet die Partei auf kühne Visionen - und hält sich mehrere Koalitionsoptionen offen.
Noch bevor es gedruckt ist, muss die SPD ihr Programm für den Bundestagswahlkampf verteidigen. Das ist ein wenig überzeugender Start der Sozialdemokraten in den bevorstehenden Wahlkampf. Manche Vorwürfe sind berechtigt, längst aber nicht alle.
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Unter der Führung des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier (rechts) und ihres Vorsitzenden Franz Müntefering haben die Sozialdemokraten der Versuchung widerstanden, die für sie so leidvolle Reformpolitik der rot-grünen Zeiten zu revidieren (© Foto: dpa)
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Über die eigentümliche Idee einer Lohnsteuerprämie sollten sich FDP und die CSU besser nicht mokieren. Verglichen mit deren Steuersenkungsmärchen ist der Steuerbonus eine geradezu solide Angelegenheit. Überhaupt mutet das ganze Wahlprogramm, ungeachtet vieler wolkiger Formulierungen, solide an. Denn auf unbezahlbare Versprechen haben die Sozialdemokraten verzichtet; für jede Verheißung, mag man sie in der Sache für richtig oder für falsch halten, bieten sie eine Gegenfinanzierung.
Neue Milliardenprojekte, so die ungeschriebene Botschaft der SPD, können wir uns in diesen Krisenzeiten nicht leisten. Visionär ist das nicht, aber immerhin ehrlich.
Besonders links ist das Programm auch nicht - eine erstaunliche Zurückhaltung in Zeiten großer wirtschaftlicher Verwerfungen, in denen selbst der amerikanische Präsident das Kapital zähmen will. Unter der Führung des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier und des Vorsitzenden Franz Müntefering haben die Sozialdemokraten der Versuchung widerstanden, die für sie so leidvolle Reformpolitik der rot-grünen Zeiten zu revidieren. Die Rente mit 67 bleibt, an Hartz IV wird nicht gerüttelt, das Ziel der Vollbeschäftigung ist im Programm festgeschrieben.
Auf den 57 Seiten des Konzepts, wie alle Wahlprogramme eine Art Erklärung und Argumentationshilfe für die eigenen Mitglieder, erkennt man klar die Handschrift Münteferings: Wie sollen und wollen wir in einer alternden Gesellschaft zusammenleben? Was kann der Staat, was der einzelne Bürger tun, damit Deutschland kluge Kinder hat, Frauen und Männer tatsächlich gleichberechtigt sind, Einheimische und Migranten friedlich zusammenleben?
Das sind Münteferings Lieblingsthemen. Der Beitrag des Kanzlerkandidaten ist jenseits der Kapitel zu Außen- und Europapolitik nicht so leicht erkennbar. Steinmeiers Ziel war und ist es, die SPD für Koalitionen jedweder Art offenzuhalten; ansonsten bräuchte er als Herausforderer gar nicht anzutreten.
Und das hat er erreicht. Auf der Grundlage dieses Programmes ist eine Ampelkoalition mit FDP und Grünen sehr wohl möglich, mögen sich die noch so sehr über die roten Steuerpläne erregen. Und die große Koalition mit der Union können die Sozialdemokraten mit diesem Konzept ebenfalls auch ohne größere Probleme fortsetzen.
In dieser Konstellation übrigens wäre die Gefahr am größten, dass der vielkritisierte Lohnsteuerbonus tatsächlich Wirklichkeit würde. Auch die Union ist im Prämienwahn. Hätte die SPD diesen Vorschlag bereits am Jahresanfang gemacht, wäre er wahrscheinlich Teil des Konjunkturpakets und würde schon in diesem Jahr gezahlt.
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(SZ vom 18.04.2009/aho)
Die Ärzte in München
wird nicht nur von diesem Steinmeier avisiert.
Mit dem Untergang des von der übergroßen Mehrheit der Fraktionen des Deutschen Bundestages durch das beschlossene MoRaKG subventionierten und von jeglicher Kontrolle befreiten spekulativen Finanzanlagenbetrugskapitalismus, ist auch die Logik
des alternativlosen Kapitalprimates untergegangen.
Im Kern ist sowohl die deutsche Wirtschaft, als auch die deutsche Politik etwa seit Anfang der 1990er Jahre zu einem System verkommen, auf das eigentlich nur noch
der Begriff Bescheißerwirtschaft und Bescheißerpolitik angewendet werden kann.
Das Erweckungsprinzip ist inzwischen zum Primat der sogen. Eliten in Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Deutschland geworden, d.h. es geht in erster Linie darum, mit großartigen Parolen und Visionen eine breite und tiefgreifende Euphorie zu erzeugen, während der Hochphase dieser manisch-depressiven Erweckung die
maximale Selbstbereicherung zu realisieren, um sich anschließend nach Möglichkeit mit einer höchstmögliche Abfindung natürlich wegen der Nichterbringung der in Aussicht gestellten Leistungen auf den nächsten Führungsposten transferieren zu lassen.
Das nennt man dann netzwerkern.
Dies neue Führungselite, die sich in den Kreisen von FDP, CDU/CSU, SPD und seit Metzger auch bei Bündnis90/Die Grünen breit gemacht hat, gilt es trocken zu legen,
um weiteren Schaden von der Bundesrepublik Deutschland und seiner Bevölkerung abzuwenden.
Also: Auf zur Wahl und die Kandidaten wählen, die sich zu der Politik bekennen, die uns Ludwig Erhard in sein Stammbuch Wohlstand für Alle geschrieben hat, in der er auch erklärt, was Marktwirtschaft tatsächlich ist und was an der Marktwirtschaft sozial sein muss.
Ein Krasser Gegensatz übrigens zu dem, was uns heute von den Herolde, Propagandisten und Agitotoren der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft unter zu jubeln versuchen, allen voran solche Propheten wie die Professoren Straubhaar,
Raffelhüschen, Miegel, Weber & Konsorten.
Hoffen wir, dass uns die typisch deutsche Lösung erspart bleibt. Kadavergehorsam bis in den Untergang, totale Verdrängung aller Realitäten und kindisches Hoffen auf die alles rettende Wunderwaffe.
Uns hilft nur noch unser Hände Arbeit, unser ziviler Ungehorsam, die kritische Vernunft und Realtitäseinsicht in die politischen Pseudo-Eliten und unser Gottvertrauen, zum dem wir hoffentlich noch im Stande sind.