Ende von Obamas Europa-Besuch: Der "Special Relationship" mit den Briten widmete der US-Kandidat nach seiner spektakulären Berlin-Rede nur wenig Zeit.
Barack Obama ist ein Mann der großen Symbole. Höhepunkt seiner Europa-Reise war seine Berliner Rede vor 200.000 Menschen. Sein Abschied von Europa dagegen verlief verhältnismäßig unspektakulär. Und das ausgerechnet in dem Land, das traditionell immer wieder die "Special Relationship" zu den USA betont - Großbritannien.
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Hoffen auf ein bisschen Glanz: Gordon Brown im Schatten von Barack Obama. (© Foto: Reuters)
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Ein großer öffentlicher Auftritt des Senators aus Illinois war in London nicht geplant, er zeigte sich am Eingang zur Downing Street 10 lediglich gemeinsam mit Brown kurz den Fotografen. Die Unterredung mit Brown in der Downing Street bezeichnete Obama als "hervorragend". Erneut sprach er sich für die Verstärkung der US-Truppen in Afghanistan sowie für gleichzeitig stärkere Beiträge der europäischen Verbündeten für die Überwindung des dortigen Konfliktes und den Aufbau des Landes aus.
Der Senator aus Illinois betonte die traditionell besonders engen Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA. Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, sagte er nach einer Frage unter Anspielung auf seine im Vergleich zu London publikumswirksameren Auftritte in Berlin und Paris. Am Donnerstag hatte Obama an der Berliner Siegessäule eine Rede von rund 200.000 Menschen gehalten.
Brown weiter unter Druck
Der US-Präsidentschaftsanwärter ist bei den Briten sehr beliebt, die Mehrheit würde Umfragen zufolge Obama seinem Konkurrenten John McCain als US-Präsident vorziehen. Ob dessen Popularität auch auf Gordon Brown abstrahlen wird, ist indes fraglich. Der britische Premier gerät innenpolitisch immer stärker unter Druck nach der neuerlichen Wahlschlappe seiner Labour-Partei.
Browns Partei hatte ausgerechnet den als traditionelle Labour-Hochburg angesehen Wahlkreis Glasgow-Ost an die schottischen Nationalisten abgeben müssen. Die konservative Opposition in London fordert inzwischen die baldige Ansetzung allgemeiner Wahlen.
Mit auf dem Programm von Obamas Besuch in London steht auch ein Treffen mit dem britischen britischen Oppositionsführer David Cameron. Zuvor traf Obama noch mit Browns Amtsvorgänger und dem Sonderbeauftragten des Nahost-QuartettsTony Blair zusammen. Nach Angaben aus Obamas Wahlkampfteam sprachen beide über die Lage im Nahen Osten und den Kampf gegen den Klimawandel.
Unterdessen hat Obama Vorwürfe zurückgewiesen, er habe seine Reise nach Berlin, Paris und London zu stark für seinen Wahlkampf instrumentalisiert. Es sei Teil des von ihm angestrebten Jobs eines US-Präsidenten, "effektive Beziehungen mit unseren Verbündeten zu schaffen", sagte er. Im übrigen habe ihm John McCain, der Kandidat der Republikaner, selbst empfohlen, sich im Ausland umzuschauen.
Erler: "Nehmen Obama beim Wort"
Die Bundesregierung hat indes angekündigt, sie wolle Barack Obama beim Wort nehmen. Der US-Senator habe sich zur atomaren Abrüstung bekannt, Folter verurteilt und sich zu konkreten Verpflichtungen zum Klimaschutz bereit erklärt, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler. "Vergessen wird das hier in Deutschland und Europa niemand. Wir werden Barack Obama beim Wort nehmen, sollte er zum US-Präsidenten gewählt werden", sagte der SPD-Politiker der Neuen Presse in Hannover. Deutschland werde Obama allerdings daran messen, ob er seine Aussagen aus seiner Berliner Rede auch einhalte.
Nach einer vorab veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die Bild am Sonntag ist Obamas Ansprache in Berlin bei einer Merheit der Deutschen gut angekommen. Sie stuften die Ansprache Obamas vor der Siegessäule als eine "große Rede" ein.
Demnach glauben 63 Prozent der Bundesbürger, dass der demokratische Senator für Deutschland ein guter US-Präsident sein würde. Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) sagten, Obama würde die Welt friedlicher machen. Emnid befragte am Freitag insgesamt 500 repräsentativ ausgewählte Deutsche.
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(dpa/AFP/AP/hai)
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