Wahlkampf in Italien Berlusconi droht mit Euro-Austritt

Italien wählt in zwei Monaten ein neues Parlament - und Silvio Berlusconi ist schon voll im Wahlkampf. Nun hat er Deutschland gedroht, aus dem Euro auszusteigen, wenn die Bundesregierung keine wirkliche europäische Zentralbank akzeptiere. Gewinnt der Cavaliere, drohen turbulente Zeiten.

Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bringt erneut ein Ausscheiden seines Landes aus der Euro-Zone ins Spiel. Italien könnte zur Aufgabe der Gemeinschaftswährung gezwungen sein, sollte die Europäische Zentralbank nicht größere Vollmachten erhalten, um die staatlichen Refinanzierungskosten zu senken, sagte der 76-Jährige.

"Sollte Deutschland keine wirkliche Zentralbank akzeptieren und die Zinsen nicht sinken, dann sind wir aus Wettbewerbsgründen zur Abkehr vom Euro und Rückkehr zu unserer Währung gezwungen", sagte Berlusconi laut Nachrichtenagenturen Ansa und AGI.

Berlusconi hatte bereits wiederholt für Italien einen Ausstieg aus der Euro-Zone vorgeschlagen, sich später aber auch wieder anders geäußert. Der Ex-Regierungschef will bei den für Februar erwarteten Parlamentswahlen erneut antreten, nachdem seine Partei dem Reformer und jetzigen Ministerpräsidenten Mario Monti die Unterstützung entzogen hat.

Beim Termin der Wahl plädiert er für eine Verschiebung. Nicht schon Mitte Februar, sondern zu einem späteren Zeitpunkt solle das Parlament gewählt werden. Im staatlichen Fernsehen erklärte er, die Wahl dürfe nicht übereilt werden. Die Parteien benötigten mehr Zeit, um Kandidatenlisten aufzustellen. Als wahrscheinlichster Wahltermin gilt der 17. Februar. Ein offizielles Datum wurde noch nicht genannt.

Der Comeback-Plan Berlusconis verunsichert die Finanzmärkte, die eine Abkehr vom Sparkurs fürchten. In Umfragen liegt die Partei von Berlusconi aber deutlich hinter dem Mitte-links-Bündnis. Auf die Frage, ob die Italiener ihn nicht satt hätten, sagte Berlusconi, dies würden die Wähler mit ihrer Stimme zeigen.