Wahlkampf in Chicago Chaos vor Auftritt - Trump sagt Kundgebung ab

Trump-Gegner in Chicago.

(Foto: AFP)
  • US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump tritt nicht in Chicago auf, weil in der Halle Protestler und Anhänger aneinander geraten.
  • Bereits am Vormittag hatte es in St. Louis Zwischenfälle gegeben.
  • Die Vorfälle auf Trump-Kundgebungen häufen sich.

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat eine Kundgebung in Chicago wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Damit dürfte die Debatte um die Atmosphäre bei Trumps Wahlkampf-Auftritten weitere Nahrung erhalten.

Protestler gegen Anhänger

Zu seinem Auftritt am Freitag in der Arena auf dem Campus der University of Illinois waren erneut Protestler gekommen. Eine große Menge protestierte vor dem Gebäude, Dutzende von Gegnern waren im Publikum. Mehrere von ihnen wurden von Sicherheitskräften vor die Tür gebracht, laut Augenzeugen entwickelte sich eine feindselige Atmosphäre zwischen den Lagern. Medienberichten zufolge kam es zu Handgreiflichkeiten, ein Protestierender gelangte auf die Bühne.

Schließlich sagte das Trump-Team die Debatte wegen Sicherheitsbedenken und zum Schutz der "Tausenden von Anwohnern" ab, die Halle wurde geräumt. Mitarbeiter der Universität hatten zuvor bereits Bedenken über eine "feindselige und physisch gefährliche Atmosphäre" für Studenten geäußert.

Protestler jubeln über Absage

Auf die Bekanntgabe der Absage reagierten Teile der Menge mit Jubelrufen. Anhänger des republikanischen Bewerbers ums Weiße Haus skandierten hingegen "Wir wollen Trump!"

Handgreiflichkeiten auch in St. Louis

Erst am Vormittag hatte es bei einer Kundgebung in St. Louis, Missouri, Zwischenfälle und Handgreiflichkeiten zwischen Trump-Anhängern und -Gegnern gegeben. Protestler unterbrachen Trump mehrere Male und wurden schließlich aus der Halle gebracht. 32 Gegner wurden festgenommen.

Der Immobilien-Milliardär und führende Kandidat der Republikaner beschwerte sich in Missouri, dass niemand mehr hinausgeworfen werden könne, "weil niemand den anderen mehr verletzen möchte". Am Donnerstag hatte ein Trump-Anhänger einem schwarzen Protestierenden ins Gesicht geschlagen.

Vorwürfe einer Reporterin

Eine Reporterin des rechten Mediums Breitbart hat einem Wahlkampf-Manager Trumps vorgeworfen, sie bei einer Pressekonferenz hart am Arm gepackt und ihr dabei mehrere blaue Flecken zugefügt zu haben. Das Trump-Team dementiert den Vorfall, den Augenzeugen beobachtet haben und von dem ein Video vorliegt. Breitbart hat die Reporterin inzwischen suspendiert. Ein Fotograf war Ende Februar von Security-Mitarbeitern in Virginia gewürgt worden.

Trump und die Zwischenfälle

In den vergangenen Wochen waren Anhänger und Gegner, die sich unter das Publikum gemischt hatten, mehrfach aneinander geraten. Trump gab seinen Anhängern dabei Anweisungen, gegen die Störer vorzugehen und machte aus seinen Präferenzen keinen Hehl ("Ich würde dem Typen gerne ins Gesicht schlagen"). In der CNN-Debatte am Donnerstag bestritt der Kandidat, die Atmosphäre aufzuheizen.

Die Vorfälle haben auch eine Rassen-Komponente, da die Besucher von Trump-Auftritten in der Regel weiß sind, während viele der Protestierenden Minderheiten angehören, vor allem der afro-amerikanischen.