Wahlkampf-Endspurt in den USA: Barack Obama warnt vor allzu großer Vorfreude, John McCain glaubt noch an den Sieg - und eine Umfrage zeigt, dass sich McCains running mate Sarah Palin negativ auswirkt.
Mit einem Vorsprung von bis zu elf Prozentpunkten in jüngsten Meinungsumfragen geht der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama ins letzte Wochenende des US- Wahlkampfs.
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Sarah Palin (© Foto: AFP)
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Der 47-jährige Senator aus Illinois warnte seine Anhänger dennoch vor zu großer Siegeszuversicht. "Glaubt nicht für eine Sekunde, dass diese Wahl entschieden ist", sagte Obama am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einem Auftritt im Bundesstaat Virginia. "Wir müssen arbeiten, als ob unsere Zukunft von dieser letzten Woche abhängt, denn so ist es."
Obama wollte nach Medienberichten bis zur Wahl am kommenden Dienstag noch mindestens acht verschiedene Staaten in drei Zeitzonen besuchen.
Sein Konkurrent, der Republikaner John McCain wollte noch am Montag zu einer letzten Tour durch acht Staaten aufbrechen. Beide Kandidaten seien jeden Tag 15 Stunden auf den Beinen, berichtete die Washington Post am Freitag.
Im Mittelpunkt des Wahlkampf-Endspurts stehen die unentschlossenen Wähler - laut Umfragen haben sich etwa sieben Prozent der Wahlberechtigten noch nicht entschieden.
Allerdings deuten die jüngsten Erhebungen nach wie vor auf einen Sieg Barack Obamas hin. Nach den am Freitag veröffentlichten Ergebnissen einer New York Times/CBS-Erhebung kann Obama US-weit auf 51 Prozent der Wählerstimmen hoffen, McCain nur auf 40 Prozent.
McCain und der Aufwind
Demnach wirkt sich die Wahl von Sarah Palin zur Vizekandidatin zunehmend negativ für den Republikaner aus: 59 Prozent der Befragten sagten, die Gouverneurin von Alaska sei zu unerfahren für das Amt - das sind neun Prozentpunkte mehr als im vergangenen Monat.
In anderen Umfragen der vergangenen Tage ergab sich teilweise eine kleinere Differenz zwischen den Werten für Obama und McCain. Als Durchschnittswert ermittelte die Fach-Webseite RealClearPolitics am Freitag einen Vorsprung für den Demokraten von 5,9 Prozentpunkten. Er führte demnach - wenn auch zum Teil knapp - in Florida, North Carolina, Ohio und Virginia. Sie gehören zu den wahlentscheidenden Staaten.
Das McCain-Wahlkampflager hat in den vergangenen Tagen aber wiederholt betont, dass eigene Umfragen auf ein weitaus engeres Rennen hindeuteten als es andere Erhebungen ergeben haben. Es bleibe noch genügend Zeit, Lücken zu schließen, zitierte USA Today einen engen McCain-Berater.
Der Spitzenkandidat selbst sagte in Ohio: "Ich habe schon viele Wahlkämpfe erlebt, und ich spüre Aufwind." Erwartet wird am Dienstag eine Rekordbeteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern. Bis zum Freitag hatten bereits 17 Millionen Bürger in 30 Staaten von der Möglichkeit einer vorgezogenen Stimmabgabe Gebrauch gemacht.
Ungeachtet der schlechten Prognosen zeigte sich McCain in einem am Freitag gesendeten Interview mit dem Sender ABC zuversichtlich, die Wahl doch noch gewinnen zu können. Er habe bereits zahlreiche Kampagnen hinter sich gebracht, sagte der 72-jährige Senator aus Arizona. "Die Begeisterung ist riesig, mehr als in jedem anderen Wahlkampf, an dem ich teilgenommen habe", sagte er während seiner Tour durch Ohio. "Ich vertraue auf unseren Sieg."
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(AP/Reuters/dpa/bosw/odg)
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