Auch am zweiten Tag haben sich die 1000 Wahlmänner auf keinen der Kandidaten einigen können. Beobachter gehen davon aus, dass Giorgio Napolitano, Romano Prodis Kandidat, die nötige einfache Mehrheit am Mittwoch erreichen wird.

In Italien ist am Dienstag auch der dritte Versuch zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten gescheitert. Beim zweiten und dritten Wahlgang gab der Großteil der insgesamt 1009 Abgeordneten und Senatoren beider Parteienlager leere Stimmzettel ab.

Italien

Romano Prodi: Sein Kandidat Napolitano wird voraussichtlich erst morgen gewählt. (© Foto: dpa)

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Wie schon am Montag in der ersten Wahlrunde konnte keiner der beiden Kandidaten die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit der Stimmen erreichen. Der vierte Wahlgang wurde für Mittwoch angesetzt. Dann reicht die einfache Mehrheit.

Für das Mitte-links-Bündnis des designierten Ministerpräsidenten Romano Prodi bewirbt sich der ehemalige Kommunist Giorgio Napolitano um das Präsidentenamt. Gegen ihn schickte das Lager des scheidenden Regierungschefs Silvio Berlusconi dessen Vertrauten Gianni Letta ins Rennen.

Das Problem sei vor allem der Widerstand der rechtspopulistischen Liga Nord, die sich strikt gegen eine Wahl des linksdemokratischen Senators, Giorgio Napolitano, wandte, berichtete das italienische Fernsehen.

Die Liga Nord drohte, aus der Mitte-Rechts-Allianz von Silvio Berlusconi auszusteigen, falls die Bündnispartner für Napolitano stimmen. "Wir würden Napolitano wählen, aber nicht um den Preis, dass darüber unser Bündnis zerbricht", sagte ein Spitzenpolitiker der Nationalen Allianz. Beobachter rechnen damit, dass der ehemalige Kommunist Napolitano im vierten Wahlgang an diesem Mittwoch mit den Stimmen der Mitte-Links-Allianz Staatspräsident wird: Während an den ersten beiden Wahltagen eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig war, reicht ab dem vierten Urnengang die absolute Mehrheit für die Wahl.

Prodi hatte Napolitano am vergangenen Sonntag als Kompromisskandidaten vorgeschlagen, nachdem Mitte-Rechts Massimo D'Alema - einen früheren Kommunisten und heutigen Chef der Linksdemokraten - strikt abgelehnt hatte. Prodi kann Zeitungsberichten zufolge auf 541 Stimmen zählen, das Lager des amtierenden Regierungschefs Silvio Berlusconi lediglich auf 460.

Der scheidende Staatspräsident Azeglio Ciampi war 1999 gleich im ersten Wahlgang mit 707 Stimmen gewählt worden. Jedoch hatte es in der Vergangenheit wegen der damals extrem hohen Zahl verschiedener Parteien auch langwierige Urnengänge gegeben, die teilweise über eine Woche dauerten. Spitzenreiter war Giovanni Leone, der 1971 erst nach 15 Tagen und im 23. Wahlgang Staatspräsident wurde.

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(dpa/AP)