Von Arne Perras, Kampala

Zwei Tage nach der Wahl in Südafrika ist der Regierungspartei ANC mit ihrem umstrittenen Vorsitzenden Jacob Zuma die Zwei-Drittel-Mehrheit sicher.

Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) hat bei der Parlamentswahl in Südafrika laut Ergebnissen von Freitag seine Zweidrittel-Mehrheit verteidigt. Nach Auszählung der meisten Stimmen lag der regierende ANC mit 67Prozent weit vor allen anderen Parteien.

66 Prozent Zustimmung, 77 Prozent Wahlbeteiligung: ein persönlicher Sieg für ANC-Chef Jacob Zuma. (© Foto: AP)

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Das gute Ergebnis und die hohe Wahlbeteiligung von 77 Prozent werden als persönlicher Sieg für ANC-Chef Jacob Zuma gewertet, der Anfang Mai vom Parlament zum Staatschef gekürt werden soll. Das endgültige Ergebnis wurde für diesen Samstag erwartet.

Zuma geht damit gestärkt aus den Wahlen hervor. Die Partei kann mit einer Zweidrittel-Mehrheit auch die Verfassung des Landes ändern, wovor die Opposition vor der Wahl heftig gewarnt hatten.

Erst kurz vor der Abstimmung am 22.April hatte die Staatsanwaltschaft Korruptionsvorwürfe gegen den 67-jährigen Zuma fallengelassen. Ein Gerichtsverfahren blieb ihm damit erspart. Am vergangenen Wochenende hatte sich der "Vater der Nation", der 90-jährige Freiheitsheld Nelson Mandela, offen hinter Zuma gestellt und ihm damit noch einmal einen kräftigen Schub für die Wahl verschafft.

Stärkste Oppositionspartei ist die Demokratische Allianz (DA) unter Führung der deutschstämmigen Bürgermeisterin von Kapstadt, Helen Zille. Die DA erreichte nach Teilergebnissen 15,7 Prozent. Die neue Partei Congress of the People (Cope), eine Abspaltung des regierenden ANC, kommt voraussichtlich auf 7,5 Prozent.

Damit ist offen, ob sie sich in den kommenden Jahren tatsächlich als wichtige Alternative für schwarze Wähler etablieren kann. Womöglich fällt diese Rolle nun doch eher der erstarkten DA zu, die bislang vor allem den Weißen eine politische Heimat bot, zunehmend aber auch Wähler anderer Schichten anzieht, zumindest in ihrer Hochburg, der Provinz Western Cape.

Mehr als 23 Millionen Südafrikaner waren am Mittwoch aufgerufen, eine nationale Volksvertretung und auch regionale Parlamente zu wählen. Helen Zille kann angesichts des guten Ergebnisses für ihre Partei in der Provinz Western Cape dort voraussichtlich das Amt der Ministerpräsidentin beanspruchen.

Damit wird der landesweit regierende ANC erstmals in der Geschichte des freien Südafrika die Kontrolle über einen Teil des Landes verlieren. Acht von neun Provinzen bleiben jedoch in der Hand der ehemaligen Befreiungsbewegung. Unklar war zunächst, mit wem DA-Chefin Zille koalieren wird.

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(SZ vom 25.04.2009/woja)