Wahlen in der Türkei AKP vorn - trotz Verlusten

Sieg mit Makel: Bei den Kommunalwahlen in der Türkei ist die regierende AKP von Ministerpräsident Erdogan stärkste Kraft geworden - musste aber deutliche Einbußen hinnehmen.

Bei den Kommunalwahlen in der Türkei hat die Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan gesiegt. Nach Angaben von CNN Türk kam die islamisch-konservative Partei nach Auszählung fast aller Stimmen auf 40 Prozent. Die AKP musste damit jedoch deutliche Verluste hinnehmen, nachdem sie bei der Parlamentswahl 2007 noch 46 Prozent erreicht hatte.

"Botschaft verstanden": der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

(Foto: Foto: Reuters)

Die Wahl vom Sonntag galt als wichtiger Stimmungstest für Erdogan und seine Reformpläne im Bemühen um einen EU-Beitritt der Türkei. Erdogan zeigte sich unzufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei. "Es hätte besser sein müssen", sagte er am Sonntagabend in Ankara.

"Wir haben die Botschaft verstanden", fügte er hinzu. "Wir werden unsere Lehren daraus ziehen, unsere Hausaufgaben machen und unseren Kurs mit mehr Nachdruck fortsetzen."

Auf Platz zwei folgte die säkulare Republikanische Volkspartei (CHP) mit 28 Prozent. Dritter wurde die Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) mit knapp 15 Prozent.

Die AKP schien jedoch die meisten zur Wahl stehenden Bürgermeister- und Gemeinderats-Mandate gewonnen zu haben. Auch in den beiden wichtigsten Städten, Ankara und Istanbul, lag sie nach Auszählung von etwa 75 Prozent aller Stimmen knapp vorn. Die größte Stadt im kurdisch dominierten Südosten, Diyarbakir, ging an die prokurdische Partei Demokratische Gesellschaft.

Überschattet wurde die Abstimmung von Kämpfen zwischen Anhängern rivalisierender Parteien. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anatolia meldete. Zu den Wahlen waren in 81 Provinzen etwa 48 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen.