Die konservativen Kandidaten haben Probleme mit ihrer "republikanischen Marke": Im Rennen um die Spendengelder werden sie von den Demokraten abgehängt.

Im Rennen um das Weiße Haus scheinen die Republikaner vor einem finanziellen Problem zu stehen: Mehr als ein Drittel der Spendensammler, die im Wahlkampf 2004 noch fleißig Gelder für George W. Bush zusammengetragen hatten, wollen im kommenden Jahr nicht mehr für die Republikaner arbeiten, berichtet die Washington Post. Damit wächst die finanzielle Kluft zwischen den republikanischen Kandidaten und ihren demokratischen Widersachern.

Spendensammler USA Giuliani; Romney; Reuters

Die beiden Republikaner Mitt Romney (li.) und Rudolph Giuliani (re.) nahmen in diesem Jahr gemeinsam lediglich 90 Millionen Dollar an Spendengeldern ein. (© Foto: Reuters)

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Eine Vielzahl der Spendensammler, denen noch von Präsident Bush abhängig von der Höhe der zusammengetragenen Gelder der Titel "Pioneer" oder "Ranger" verliehen wurde, ist nicht mehr bereit, für die republikanischen Kandidaten tätig zu werden. Den Angaben der Zeitung zufolge zieht sich ein Teil aus Kritik am Irak-Krieg aus den Spendengeschäften zurück. Doch auch der Auftritt der Republikaner im Kongress stoße einigen sauer auf. Mehr als zwei Dutzend der Spendensammler sollen jetzt sogar für die Demokraten in Aktion sein, schreibt die Washington Post.

Demokraten sammelten 223 Millionen US-Dollar

Während die Demokraten Ende September bereits rund 223 Millionen US-Dollar an Spendengeldern gesammelt hatten, sind in der Kasse der Republikaner lediglich 150 Millionen US-Dollar eingegangen. Die beiden demokratischen Kandidaten Hillary Clinton und Barack Obama kommen gemeinsam auf 150 Millionen US-Dollar an Spenden. Für die beiden Republikaner Rudolph Giuliani und Mitt Romney wurden den Angaben zufolge gerade einmal 90 Millionen US-Dollar gesammelt.

"Ich bin nicht glücklich mit der Richtung, die unsere Partei derzeit einschlägt", erklärt der ehemalige Spendensammler und Senatskandidat Matt Fong seine Zurückhaltung. Die Republikaner seien in seinen Augen derzeit wenig glaubwürdig.

Die frühere Gouverneurin von New Jersey, Christine Todd Whitman, sagte, die "republikanische Marke" verkaufe sich derzeit nicht besonders gut. "Es gibt eine Menge frustrierter Leute", schildert die frühere Spendensammlerin die Lage.

Termin in Iowa wird vorverlegt

Unterdessen wurde bekannt, dass die Vorwahlen der Republikaner im kommenden Jahr wohl so früh beginnen wie noch nie zuvor in einem US-Präsidentschaftswahlkampf. Nach Angaben eines Parteisprechers, wollen die Republikaner am 3. Januar im Bundesstaat Iowa mit der Auswahl ihres Kandidaten beginnen.

Die Entscheidung des Parteikomitees stehe so gut wie fest. Die Republikaner in Iowa fühlten sich genötigt, den Termin vorzuziehen, weil andere Bundesstaaten wie der ebenfalls im Mittleren Westen gelegene Staat Michigan ihnen die Vorreiterrolle streitig zu machen drohten.

Die Vorwahl im ländlich geprägten Iowa gilt traditionell als Testabstimmung für die Präsidentschaftswahl. Mit der Entscheidung für den 3. Januar endet eine seit Monaten anhaltende Unsicherheit darüber, wann genau der Startschuss für das Rennen um das Weiße Haus fällt.

Vorwahlen der Demokraten sind noch für 14. Januar anberaumt

Traditionell haben die Demokraten ihren Kandidaten stets am selben Tag nominiert wie die Republikaner. Die demokratischen Parteiführer in Iowa müssen aber noch darüber entscheiden, ob sie ihre bislang für den 14. Januar angesetzten Vorwahlen ebenfalls vorziehen. Die Demokraten erklärten, sie würden den Termin allein danach auswählen, was für die Partei und für die Bewohner von Iowa am besten sei.

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(sueddeutsche.de/Reuters)