Wahl in Russland Putin als russischer Präsident wiedergewählt

Schon bei der Stimmabgabe am Morgen der Wahl zeigte sich Putin siegesgewiss.

(Foto: AFP)

Einer ersten Prognose zufolge kann der Staatschef sein Wahlergebnis vom Jahr 2012 verbessern. Er kommt demnach auf mehr als 70 Prozent, die Zielmarke der Kreml-Strategen.

Wladimir Putin bleibt wie erwartet Präsident von Russland. Bei der Wahl am Sonntag, die Beobachter als nicht frei kritisieren, erzielte er einer ersten Prognose zufolge 73,9 Prozent der Stimmen. Falls die Prognose hält, so übertrifft Putin klar die Marke, die Kreml-Strategen zuvor als Ziel definiert hatten. Mehr als 70 Prozent Ja-Stimmen solle er erhalten, hieß es zuvor. Als Ziel bei der Wahlbeteiligung waren ebenfalls 70 Prozent anvisiert worden. Wie hoch diese lag, ist noch nicht bekannt. Allerdings deuteten Zwischenberichte vom Wahltag auf einen vergleichsweise hohen Wert hin.

Bei der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2012 hatte Putin etwa 64 Prozent der Stimmen erhalten, 65,25 Prozent der Wahlberechtigten hatten damals ihre Stimme abgegeben.

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Wie bereits bei früheren Abstimmungen hatte es im Vorfeld deutliche Kritik gegeben. Dem bekannten Oppositionellen Alexej Nawalny etwa war eine Kandidatur untersagt worden. Er hatte daher zu einem Boykott der Wahl aufgerufen. Viele Russen erklärten, sie seien von ihren Arbeitgebern unter Druck gesetzt worden, ihre Stimme abzugeben. Studenten berichteten Ähnliches von ihren Hochschulen. Beobachter klagten am Wahltag über weitere Unregelmäßigkeiten.

Putin regiert seit 18 Jahren faktisch das Land. Von 2000 bis 2008 amtierte er als Präsident, anschließend installierte er in dem Amt seinen Getreuen Dmitrij Medwedjew und wurde selbst Ministerpräsident. Er umging dadurch eine Regel, derzufolge die russische Verfassung einem Präsidenten nur zwei Amtszeiten hintereinander erlaubt. 2012 wurde er wieder selbst Präsident. Nun startet er in seine vierte Amtszeit.

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