Eigentlich soll der deutsche Waffenlobbyist nach Deutschland ausgeliefert werden - nun wurde er in Toronto aus seiner Haft entlassen. Eine Auflage gibt es jedoch: Schreiber soll zu einer kanadischen Korruptionsaffäre aussagen.

Der deutsche Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist aus kanadischer Haft entlassen worden. Schreiber habe heute ein Gefängnis im Großraum Toronto verlassen, teilte ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums mit. Die Freilassung sei unter der Bedingung erfolgt, dass der Waffenlobbyist vor einer Untersuchungskommission zu einer Korruptionsaffäre um den ehemaligen kanadischen Premierminister Brian Mulroney aussage. Ein Termin für die Anhörung steht noch nicht fest.

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Karlheinz Schreiber im November 2007 vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Ottawa. (© Foto: AP)

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Anfang März hatte Schreiber im Kampf gegen seine Auslieferung nach Deutschland eine erneute Niederlage vor dem Obersten Gericht Kanadas erlitten. Der Justizminister Rod Nicholson setzte seine Auslieferung jedoch bis zu der Vernehmung durch die Kommission aus.

Mulroney hatte im Dezember erstmals öffentlich eingestanden, Geld von Schreiber angenommen zu haben. Er gab an, nach seinem Ausscheiden aus dem Regierungsamt 1993 für die Anbahnung von Geschäften 225.000 Dollar in bar erhalten zu haben.

Schreiber hatte die Summe mit 300.000 Dollar angegeben. Mulroney war von 1984 bis 1993 Regierungschef.

Vor seiner Auswanderung nach Kanada hatte Schreiber in den achtziger und neunziger Jahren ein umfassendes Schmiergeldsystem unterhalten. 1999 wurde er in Kanada auf Betreiben der Augsburger Staatsanwaltschaft festgenommen. Seitdem kämpft er gegen seine Auslieferung an Deutschland, wo ihm ein Verfahren wegen Steuerflucht, Betrugs und Korruption droht.

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(AFP/dgr/bavo)