Nach der Bluttat von Winnenden streiten Politiker darüber, ob die Waffenaufbewahrung kontrolliert werden muss - und ob es in Privathaushalten überhaupt Schusswaffen geben sollte.
Die Innenminister der Länder wollen nach dem Amoklauf von Winnenden prüfen, ob unangemeldete Kontrollen von Waffenbesitzern sinnvoll sind und wie sie umzusetzen wären. Die zuständigen Gremien der Innenministerkonferenz würden klären, ob es hier Handlungsbedarf und rechtliche Möglichkeiten gebe, kündigte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin an.
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Der Amokläufer von Winnenden musste nur ins Schlafzimmer seiner Eltern gehen, um an diese Beretta zu gelangen. (© Foto: dpa)
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In Deutschland werde von der Qualität der Lebensmittel bis zur Einhaltung von Deklarierungspflichten sehr vieles kontrolliert. "Dann muss es möglich sein, in einem so sensiblen Bereich wie der Waffenlagerung und -aufbewahrung auch Kontrollen vorzunehmen", sagte Steg.
Ob das Waffengesetz am Ende tatsächlich geändert werde, sei noch offen und momentan auch nicht vordringlich, erklärte der Regierungssprecher. Ziel sei es herauszufinden, ob es Regelungslücken gebe. "Der Bundeskanzlerin geht es einfach darum, in dieser Situation nicht so weiter zu machen wie bislang", sagte Steg mit Blick auf Äußerungen von Angela Merkel, die schärfere Kontrollen von Waffenbesitzern ins Gespräch gebracht hatte.
Er verwies darauf, dass bereits 2002 nach dem Amoklauf von Erfurt darüber diskutiert wurde, ob die Aufbewahrung von Waffen in Privathaushalten untersagt werden sollte. Dies sei damals verworfen worden, um nicht zentrale Waffenlager anzulegen, die Kriminelle anlocken könnten.
Die Kontrolle privater Waffenliebhaber ist im Waffenrecht geregelt. Waffenbesitzer müssen den Behörden danach die sichere Aufbewahrung von Pistolen und Gewehren auf Verlangen nachweisen. Bei begründeten Zweifeln an der sicheren Verwahrung kann die Behörde auch Zutritt zum Aufbewahrungsort verlangen.
Hohe Hürden setzt das Waffenrecht aber für das Betreten der Wohnung gegen den Willen des Waffenbesitzers. "Wohnräume dürfen gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit betreten werden", heißt es in dem Gesetz, das 2002 und 2008 verschärft wurde. Für den Vollzug des Waffengesetzes sind die Bundesländer zuständig.
"Verdachtsunabhängige, stichprobenartige Kontrollen"
Der Vorschlag, bei Waffenbesitzern schärfere Kontrollen durchzuführen, stieß insgesamt auf ein geteiltes Echo. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) stellte sich ausdrücklich hinter die Forderung von CDU-Chefin Merkel.
"Es ist sinnvoll, das Waffengesetz so auszugestalten, dass bei den Waffenbesitzern auch verdachtsunabhängige Kontrollen möglich sind", sagte er in Hannover. Verdachtsunabhängige, stichprobenartige Kontrollen könnten das Bewusstsein für eine Einhaltung der Vorschriften stärken.
Weitergehende Änderungen des Waffenrechts lehnte Schünemann ab. Es sei verfrüht, bereits weitere Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden zu ziehen. Wenn alle Vorschläge auf dem Tisch lägen, werde die Innenministerkonferenz im Frühsommer darüber beraten.
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darf nicht die Frösche fragen. Es hat sich wieder die Wahrheit dieses Spruches erwiesen. Die Schützen- und Waffenlobby quietschen und stöhnen, daß es Gott erbarmt.
Sie können das nicht und jenes geht nicht und dieses kostet was.
Ja, Herrschaften, was habt denn ihr gedacht: Ihr könnt euch tolle Waffen kaufen, viele, viele und Munition verballern. Aber für den Schutz unserer Kinder könnt ihr gar nichts tun?
Ihr könnt und wollt euere nicht überwachen. Das soll der Staat machen. Der hat bekanntlich kein Geld. nein, nein.
Es sind eure Waffen und euere Verwantwortung.
also müßt ihr euer Geld in die Hand nehmen und die Waffen in eueren Heimen sichern. Ob ihr die Ausgabe mit Personal oder elektronisch z. B. Fingerabdruck macht bleibt der Findigkeit deren überlassen, die euch diese Anlagen liefern werden.
Tatsache ist, daß die Amokläufer die Waffen benutzt haben, die euere Mitglieder versäumt haben sorgfältig zu verwahren. Punkt.
Und aus dieser Verantwortung entläßt euch niemand.
"und bisher waren es immer legale Waffen von Sportschützen."
Wäre ihre Schlussfolgerung, illegalen Waffenbesitz demnächst mit einem 20 Knöllchen und einem "bis zum nächsten mal" Gruß zu ahnden? Schließlich geht von einer illegalen Waffe nach Ihrer Ansicht scheinbar keinerlei Gefahr für die Gesellschaft aus.
@Sachsen-Paule: Als ob Papa´s abgeschlossener Waffenschrank jemanden mit der Absicht wahllos zu töten davon abhält - den Schrank aufzubrechen ist da wohl das geringste hindernis...
Vielleicht erstmal informieren, bevor Sie mit billigen Sprüchen um sich werfen: Es geht bei Waffenschränken nicht um nen IKEA-Bausatz. Waffenschränke bestehen aus Stahl, im regelfall mehrwandig und verdammt schwer. Um an meine beiden Luftgewehre und Kleinkalibergewehre heranzukommen, müssten Sie sich mit 240 kg diesen Materials beschäftigen. Da kann der größte Wille nicht viel drann ausrichten.
@rick-sander: Ich habe es bereits mehrfach an anderen Stellen geschrieben: Der finanzielle Aufwand für sichere Waffenkammern (denn einzelne PAnzerschränke reichen bei den Mengen nicht aus) beläuft sich je nach Vereinsgröße locker im 6- bis 7-stelligen Eurobereich. Wie das die Vereine schultern sollen, ist mir ein Rätsel. Davon abgesehen müssen diese Waffenkammern erstens mit ausreichend Ausgabepersonal besetzt sein und zweitens dem Inhalt entsprechend bewacht werden. Personalaufwand bei 3-Schichtsystem locker 5-6 Mann. Wer zahlt die Personalkosten?
Bitte nicht nur fordern, sondern auch Lösungen aufzeigen.
Ich glaube nicht, dass es auch nur ansatzweise etwas ändern wird, wenn wir alles verbieten, was hier als Auslöser angeprangert wird.
Mitnichten sind dies die Auslöser, nur die Mittel zum Zweck.
Und ich glaube auch nicht, dass diese Gewalt ein Phänomen der heutigen Zeit ist. Es ist nur so, dass sie sich anders manifestiert.
Wenn man mal die Menschheitsgeschichte durchgeht, dann gab es wenige Zeiten von dauerhaftem Frieden. Ständig kämpfte irgendjemand gegen irgendjemand anderen, oder man kämpfte um Essen, um Land, oder ums Überleben. Aber man kämpfte.
Es gab Raubritter, Banditen, Piraten, Strauchdiebe, Mörder. Immer schon. Überall.
Es gab vielleicht keine Amokläufer, aber weis man das sicher?
Es gibt Berichte über Massaker im Krieg, völlig unnötig und nicht erforderlich und doch passiert es auch. Weil irgendjemand durchgedreht ist. Bereits im Altertum ist das passiert.
Zu jeder Zeit gab es immer auch besonders gewalttätige Agitation. Im Krieg fällt es nicht auf, und in den Ländern, in denen Hunger und Armut auch heute noch regiert, ist es an der Tagesordnung. Wir nehmen das nur nicht wahr, weil es nicht in unserer Nähe passiert, es betrifft uns nicht. Aber es ist doch da.
Es ist keine Erscheinung der heutigen Zeit, meiner Meinung nach.
Und Verbote, gleich welcher Art, werden überhaupt nichts ändern.
Manchmal würde sich ein Blick nach Österreich lohnen - wo man einen etwas weniger verkrampften Umgang mit dem Thema Schußwaffen pflegt.
Die regelmäßig Kontrolle der Verwahrung gibt es dort schon seit Jahren - allerdings im Zusammenhang mit einem Waffenrecht das deutlich liberaler ist als das Deutsche.
Ein generelles Verbot von Waffen wäre sogar kontraproduktiv da es viele heute legale Waffen in die Illegalität abdrängen würde und somit jeglicher Kontrolle entziehen würde.
Der entscheidende Punkt ist doch daß es im historischen Kontext keinen Zusammenhang zwischen "Waffen in Haushalten" und Amokläufen gibt. Früher hatte jeder Gendarm seine Dienstwaffe im Nachtkasterl und jeder Jäger seine Waffen im meist nicht einmal versperrten Waffenschrankerl ohne daß auch nur einmal ein Kind/Jugendlicher aufgebrochen wäre seine Mitschüler zu exekutieren.
Die Idee "Wir schaffen alle Waffen einfach ab" ist folglich zu kurz gedacht. Eben weil alleine die Phantasie eines Täters ausreicht normale Dinge des täglichen Lebens als Waffen zu gebrauchen. (z.B. Messer-Amokläufer bei der Bahnhofeinweihung in Berlin...)
So gesehen ist es nach meiner Meinung geradezu ein Wunder daß noch kein Amokläufer auf die Idee gekommen ist eine Bombe zu bauen. Anleitungen findet man im Internet - die chemischen Zutaten sind selbst für einen Jugendlichen beschaffbar. Und die Wirkung einer einfachen "Feuerlöscher-Bombe" würde leicht an Wirkung alles in den Schatten stellen über was wir heute als Schrecklich diskutieren.
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