Während Ramadan-Feierlichkeiten Mehr als 60 Tote bei Anschlagsserie im Irak

Aufräumarbeiten nach einem Autobomben-Anschlag in Bagdad zum Ende des Ramadan.

(Foto: REUTERS)

Eine Serie von Anschlägen während der Fastenzeit Ramadan erschüttert den Irak. In Bagdad explodierten mehrere Bomben gleichzeitig, Ziel sind vor allem Cafés und Marktplätze. Dutzende Menschen kamen ums Leben.

Während der Feiern zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan hat eine blutige Serie von Terroranschlägen den Irak erschüttert. Mindestens 64 Menschen seien am Samstag ums Leben gekommen, berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf Mitarbeiter des irakischen Innenministeriums. Mehr als 190 seien verletzt worden.

Nach anderen Angaben starben sogar wenigstens 91 Menschen und etwa 300 wurden verletzt. Allein in der Hauptstadt Bagdad wurden 50 Menschen getötet, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Die Sprengsätze detonierten in vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen.

Ziel der Anschläge seien Restaurants, Märkte und ein Freizeitpark gewesen, wo sich zum Fest des Fastenbrechens zahlreiche Menschen aufhielten.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, erklärte am Samstag, die USA verurteilten die feigen Angriffe aufs Schärfste. Die Anschläge hätten sich gegen Familien gerichtet, die das Fastenbrechen feierten. "Die Terroristen, die diese Taten begangen haben, sind Feinde des Islam und ein gemeinsamer Feind der Vereinigten Staaten, des Irak und der internationalen Gemeinschaft", erklärte Psaki.

Am Samstag zuvor hatte es bereits einen Anschlag mit zwei Toten und sechs Verletzten in einem sunnitischen Stadtteil Bagdads gegeben. Bei einem Selbstmordanschlag in Tus Churmatu 175 Kilometer nördlich der Hauptstadt wurden zudem neun Menschen getötet und 48 weitere verletzt.

Der diesjährige Ramadan, der in der zweiten Juliwoche begann, war mit mehr als 800 Toten der blutigste im Irak seit vielen Jahren. Den gesamten Monat Juli haben die Vereinten Nationen als gewaltvollsten Monat seit fünf Jahren eingestuft - mehr als 1000 Menschen kamen in den vier Wochen ums Leben.

Die Gewalt im Irak hatte zuletzt wieder stark zugenommen. Grund sind wachsende Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden. Das Innenministerium sagte vor wenigen Tagen, die Konflikte seien mittlerweile zu einem "offenen Krieg" eskaliert.

Viele sunnitische Muslime, die unter dem Regime des gestürzten Diktators Saddam Hussein zur Machtelite gehörten, fühlen sich heute benachteiligt und von dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki diskriminiert. Erst Ende April gingen Sicherheitskräfte massiv gegen ein sunnitisches Protestcamp im Nordirak vor. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten wurden damals Dutzende getötet.