Freuen tut sich die Hoteliers - sonst wenige. Die Kritik am geplanten Steuerpaket der Regierung wird immer lauter. Heute wird im Bundestag abgestimmt, doch spannend wird es erst im Bundesrat.
Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft hält die Regierungspläne für das Hotelgewerbe für Unsinn. "Das ist Blödsinn hoch drei", sagt Dieter Ondracek der in Erfurt erscheinenden Thüringer Allgemeinen. "Das ist für niemanden von Vorteil, außer für die Hotelbetriebe selbst."
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Das geplante Steuerpaket der Bundesregierung wird auch die Mehrwertsteuer für Hotel-Übernachtungen senken. Kritiker halten das für Unsinn. (© Foto: dpa)
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Er lehne diese Steuerreform der schwarz-gelben Koalition ab. "Es sollte der Regierung zu denken geben, dass bei der Anhörung im Bundestag 15 von 17 Sachverständigen gesagt haben, dass die Steuerpläne Blödsinn sind", sagte Ondracek. Er geht davon aus, dass der Bund sich letztlich die Zustimmung der Länder erkauft.
Dies schloss Unionsfraktionschef Volker Kauder aus. Er erwarte eine Zustimmung des Bundesrats zu den geplanten Steuersenkungen, ohne dass einzelne Länder "rausgekauft" werden. Es gebe "keine direkten Geldzahlungen an die Länder", sagte Kauder im ZDF. "Ich sehe nicht, wo irgendwelche Geschäfte gemacht werden sollen, das habe ich noch nicht gehört."
Der Bundestag stimmt heute über das umstrittene Steuerpaket der schwarz-gelben Regierung ab. Eine Zustimmung mit der Mehrheit von Union und FDP im Parlament gilt als sicher.
Verheerende Finanzlage der Städte
Auch von den Kommunen kommt Kritik zum Steuerpaket. Sie warnen vor Leistungseinschnitten infolge des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes. "Die Finanzlage vieler Städte ist so verheerend, dass sie weitere Steuerausfälle nicht verkraften können", sagte Städtetags-Präsidentin Petra Roth der Passauer Neuen Presse.
"Wir befürchten Einschnitte bei den Leistungen der Städte für die Bürgerinnen und Bürger. Wenn die Kommunen durch das Gesetz weitere 1,6 Milliarden Euro jährlich verlören, brauchen wir einen finanziellen Ausgleich." Der Bund könne etwa seinen Anteil an der Gewerbesteuer reduzieren.
Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, warnte in dem Blatt: "Wir können Steuersenkungen nicht verkraften." Die Städte müssten zumindest für zwei Jahre Überbrückungshilfen über die staatliche Bank KfW erhalten, damit sie ohne neue Schulden ihre Aufgaben finanzieren könnten.
Ramsauer appelliert an die Länder
Das geplante Steuerpaket soll Familien, Unternehmen und Erben um bis zu 8,5 Milliarden Euro entlasten. Für Hotel-Übernachtungen wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 7 Prozent reduziert. Das kostet den Staat rund eine Milliarde Euro im Jahr - und es sorgt für immer lautere Kritik, da viele Hoteliers die Ersparnis nicht eins zu eins in günstigere Übernachtungspreise fließen lassen wollen.
Die Länder fürchten große Löcher in ihren Kassen durch die Steuersenkungen. Insbesondere Schleswig-Holstein hatte wegen der erwarteten Ausfälle im Landeshaushalt gedroht, das Paket mit Steuersenkungen um etwa 8,5 Milliarden Euro am 18. Dezember im Bundesrat nicht mitzutragen.
Stimmt Schleswig-Holstein wie angedroht nicht zu, kippt das Gesetz. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen (CDU), wehrt sich, obwohl auch er eine schwarz-gelbe Regierung führt.
Der Bremer Bürgermeister und derzeitige Bundesratspräsident, Jens Böhrnsen (SPD), sagte im Deutschlandfunk: "Wir können weitere Belastungen angesichts der Wirtschaftskrise nicht verkraften." Böhrnsen sagte, er hoffe auf eine gemeinsame Linie der Länder bis zur Bundesratsentscheidung am 18. Dezember. Er habe aber "die Sorge, dass jetzt einzelne Länder herausgekauft werden aus der Ablehnungsfront".
Im Bundesrat ist die Koalition auf die Zustimmung aus Kiel angewiesen, da Länder mit anderen Regierungskonstellationen dem Gesetz wohl kaum zustimmen werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) appellierte erneut an die Länder, ihren Widerstand aufzugeben. "Wer sich jetzt querstellt, trägt Mitverantwortung dafür, wenn Deutschland in der Wirtschaftskrise steckenbleibt", sagte er dem Hamburger Abendblatt.
"Lächerliche Steuergerschenke an Hoteliers"
Die Kritik an der geplanten Senkung der Mehrwertsteuer für Hoteliers wies er zurück. "Selbst wenn sich die Steuerentlastung nicht positiv auf die Preise auswirken sollte, stärkt sie in jedem Fall die Investitionskraft der Hotelbetriebe", so Ramsauer. Dies kann SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nicht überzeugen: Er spricht von "lächerlichen" Steuergeschenken an Hoteliers".
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(dpa/fvk/mati)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Ein Beispiel: Keins der mir bekannten Hotels (ich arbeite als Unternehmensberater und verbringe den Großteil meines Lebens in Hotels) hat die Preise gesenkt. Statt dessen werden die Rechnungen nun aufgrund der unterschiedlichen Steuersätze aufgedröselt. Was man früher pauschal in ein Angebot packen konnte (z.B. für 100,-/Nacht gibts Frühstück, Hemdenreinigung, Mineralwasser + Benutzung des Fitnessstudios & Sauna) muss nun explizit ausgewiesen werden. Damit werden diese Sevices zu geldwerten Vorteilen. Zudem kann mein Arbeitgeber nur einen geringeren Teil Vorsteuer geltend machen weswegen er die maximalen Übernachtungskosten GESENKT hat. Die Hotelpreise sind aber gleich geblieben. Fazit der ganzen Aktion: Ich und tausende Kollegen können diese Hotels künftig nicht mehr nutzen sondern müssen auf billigere Alternativen umsteigen.
Die Regierung wird sich noch wundern wie sehr dieser lobbyistische Schwachsinn nach hinten losgehen wird!
Nachdem die Kasse kaum mehr weiter aufblasbar ist mit Schulden für noch nicht Geborene, werden jetzt mit einer nicht zu übersehenden Torschlusspanik Geschenke verteilt, denn Schenken kann ja glücklich machen. Glücklicher sicher als der Raubbau an den Ressourcen für Millionen immer noch geduldig hoffender Bürger, die wohl erst aufwachen, wenn die Sonne schon wieder untergegangen ist.
Die Zukunft wird hier regelrecht verschenkt und wem seine Zukunft und die seiner Kinder wirklich etwas bedeutet, breitet sich darauf vor, mit anderen selbst Hand an zu legen und dabei endlich die Vernunft walten zu lassen, die nur in gegenseitiger und fairer Abstimmung zu verwirklichen ist.
Sie haben ja SOOO Recht!
Und sehr gerne würde ich auch Ihrer Rücktritts-Forderung zustimmen.
ABER
WER, welche Person von welcher Partei bietet zumindest eine gewisse Gewähr dafür,
ES wenigstens etwas besser zu machen?
Besonders jetzt, wo der einzig Potente, Oskar Lafontaine, Rekonvaleszent ist und vielleicht garnicht mehr antritt?
DESHALB bleibt nur die Feststellung:
ARMES DEUTSCHLAND!
Achteinhalb Milliarden uro zum Fenster 'rausschmeißen...wie hätten früher schwarz-gelb getobt, wenn rot-grün so etwas beschlossen hätte?
Soviele Nichtskönner hat es noch nie in einer Regierung gegeben. Kein Gesamtkonzept,reine Klientelpolitik, hirnloser Aktionismus.Trotzdem hat die Kanzlerdarstellerin angeblich Traumwerte bei der Sonntagsfrage - langsam kann ich den Meinungsforschungsanstalten nichts mehr glauben.Soviele Ignoranten kann es nicht geben.
Dabei ist doch die Staatsschauspielerei der Laiendarsteller unverkennbar: Harry Carstensen macht dicke Backen - in Wirklichkeit hat er seine Zustimmung zum Schwachsinn schon längst signalisiert. Dafür gibt es halt dann einen Ausgleich - wieder zu Lasten des Staatshaushaltes. Diese Regierung ist ein Zeitbombe, die schnellstens entschärft, d.h. abgewählt werden muss!
Wachstumsbeschleunigungsgesetzes zeugt von der Hochinteligenz dieser Lobbyistenregierung. Toll wenn man per Gesetzt das Wachstum beschleuigen kann ich möchte nur wissen welche Lobbyisten auf solch einen Stuss gekommen sind, aber noch schlimmer ist wie dieser Haufen dieses Gesetz beschliesen lassen konnten. Gesamt Europa und die Welt lacht sich bucklig über dieses dümmstes und hohlstes Gesetz das die Merkelische Regierung beschlossen hat. Was muß moch passieren damit dieser Lobbyistenhaufen zum Teufel gejagt wird ?
Paging