Vorzeigefrau der Piratenpartei Weisband verzichtet auf Titel Miss Bundestag

Marina Weisband auf dem Bundesparteitag der Piraten im April dieses Jahres.

(Foto: dapd)

Die Piraten müssen einen weiteren Rückschlag verkraften. Während die Partei in Umfragen stetig an Zustimmung verliert, will sich Marina Weisband nicht für das Projekt aufopfern.

Von Silke Bigalke

Umfragetief, Flügelkämpfe, Personaldebatten - die Piratenpartei wartet weiterhin vergeblich auf gute Nachrichten. Nun hat die Vorzeigefrau Marina Weisband eine Kandidatur für den Bundestag endgültig abgesagt. "Es war eine schwere Entscheidung. Ich habe mich jedoch nach reiflicher Überlegung gegen eine Kandidatur entschlossen, denn ich sehe meinen Schwerpunkt in der politischen Bildung" sagte Weisband der Welt.

Die 25-jährige ehemalige politische Geschäftsführerin hatte sich im Frühjahr aus der erste Reihe der Partei zurückgezogen. Sie hatte dies auch mit gesundheitlichen Problemen begründet und damit, dass sie ihr Psychologiestudium abschließen wolle. "Ich werde mich nicht aufopfern für die Partei", sagte sie jetzt dem Bericht zufolge.

Viele aus der Piratenpartei hatten auf ein Comeback Weisbands gehofft. Die Umfragewerte der Partei sind nach dem Höhenflug in der ersten Jahreshälfte von 13 auf aktuell unter vier Prozent gefallen. Für den Einzug in den Bundestag braucht sie fünf. Parteichef Bernd Schlömer ist zuversichtlich, die Wahl werde schließlich erst im September 2013 entschieden. Er sieht aber auch, dass sich bis dahin etwas tun muss: "Wir müssen im nächsten Jahr eine stärkere Außenwirkung erzeugen. Da setze ich auch auf die vier Landtagsfraktionen", sagte er.

Weisband will im Wahlkampf helfen

Doch in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und dem Saarland liegen die Piraten derzeit unter ihrem jeweiligen Wahlergebnis. Viele Menschen hätten die Partei 2012 als Projektionsfläche ihrer eigenen Ziele und Wünsche gesehen und sich dann nicht bestätigt gefühlt, erklärt sich Schlömer die sinkende Zustimmung. "Die Erwartungen waren sehr groß. Die Partei formt und entwickelt sich noch", sagte er.

Marina Weisband war am Freitag schon im Weihnachtsurlaub und nicht erreichbar. Sie ließ Anfragen von ihrem Parteifreund Gero Preuhs beantworten. "Wir sehen, dass wir Probleme haben. Aber Marina weiß, dass sie nicht der Schlüssel zur Lösung ist", sagte er. Ihre Entscheidung, nicht anzutreten, sei "definitiv gefallen und unverrückbar". Trotzdem werde Weisband die Partei weiter unterstützen, auch im Bundestagswahlkampf.