Vorwürfe Gibraltars gegen Spanien "Völlig überzogen"

Im Streit um das künstliche Riff vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar macht der Chefminister der Enklave, Fabian Picardo, der spanischen Regierung schwere Vorwürfe: Sie nutze den Konflikt, um von eigenen Affären abzulenken.

Der Chefminister von Gibraltar, Fabian Picardo, hat der spanischen Regierung vorgeworfen, Differenzen um ein künstliches Riff vor der Halbinsel hochzuspielen, um von eigenen Korruptions- und Schwarzgeldaffären abzulenken. In einem Interview der Süddeutschen Zeitung legt Picardo dar, dass das Riff aus durchlöcherten Betonblöcken der Erholung der Meeresfauna in einem überfischten Abschnitt diene.

Die von Madrid angeordnete schleppende Grenzabfertigung, die im Hochsommer stundenlange Wartezeiten entstehen lässt, und die Drohung, den Luftraum für Flugzeuge nach Gibraltar einzuschränken, seien völlig überzogen.

Sie schadeten Tausenden Spaniern aus der Region, die in Gibraltar arbeiteten. Picardo, der der Labour Party Gibraltars angehört, unterstellt der Führung in Madrid, das autonome britische Überseegebiet wieder an Spanien anschließen zu wollen.

Das vollständige Interview mit Fabian Picardo lesen Sie in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung.