Giftgas-Vorwurf an Assad-Regime Zweifel von deutschem Militär

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte dagegen die Haltung Russlands und Chinas im Syrien-Konflikt scharf. "Es ist sehr bedauerlich, dass sich Russland und China seit langer Zeit einer gemeinsamen Haltung im Syrien-Konflikt verweigern, das schwächt die Rolle der UN derzeit erheblich", sagte Merkel der Augsburger Allgemeinen. Sie erklärte, dass "ein Tabubruch wie der Einsatz von Giftgas mit Hunderten von Toten nicht ohne Folgen bleiben" könne.

Der frühere Kfor-Kommandeur Klaus Reinhardt wies allerdings darauf hin, dass ein Militäreinsatz auf klaren Beweisen beruhen müsse. "Das Grundproblem sehe ich in der Glaubwürdigkeit der Argumentation und dem Nachweis, dass tatsächlich das Assad-Regime die Chemiewaffen eingesetzt hat", sagte er dem Magazin Focus.

Eine deutsche Beteiligung an einem Militäreinsatz gegen die syrische Führung ohne internationales Mandat schloss Merkel aus. Der Bürgerkrieg in Syrien könne nach ihrer Überzeugung nur durch einen politischen Prozess beendet werden. Parallelen zur umstrittenen Haltung der Bundesregierung im Libyen-Konflikt gebe es nicht.

Reisewarnung für Libanon

Wegen der wachsenden Spannungen infolge des drohenden Militärschlags haben mehrere Staaten ihre Bürger vor Reisen in den benachbarten Libanon gewarnt. Zu den Ländern zählten Bahrain, Kuwait, Großbritannien und Frankreich, wie die jeweiligen Vertretungen mitteilten.

Österreich forderte seine Bürger auf, vor einer in den Libanon die Botschaft vor Ort zu kontaktieren. Das Auswärtige Amt in Berlin warnt ebenfalls vor Reisen in den Nordlibanon und dabei vor allem in die Stadt Tripoli. Vergangene Woche waren dort bei Anschlägen auf Moscheen 42 Menschen getötet worden.

Staatlichen Nachrichtenagenturen zufolge haben Bahrain und Kuwait ihre Staatsbürger aufgefordert, das Land umgehend zu verlassen. Nach Informationen von libanesischen Sicherheitskreisen verließen allein am Donnerstag 14.000 Menschen, darunter überwiegend Europäer, den Libanon.