Ein Kommentar von Reymer Klüver

Ein fortgesetztes Patt zwischen Clinton und Obama könnte die bisher mit ihren Kandidaten so zufriedenen Demokraten tief spalten. Nutznießer würden die Republikaner sein.

Besser könnte es gerade nicht laufen für Barack Obama. Er gewinnt nicht nur die Vorwahlen. Er demütigt seine Konkurrentin Hillary Clinton zum Teil mit Zwei-Drittel-Mehrheiten.

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Barack Obama holt immer mehr auf. Gewinnt er auch die Vorwahlen in Washington, Maryland und Virginia, hat er Clinton überholt. (© Foto: AFP)

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Er hat ihren Vorsprung bei den Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag der Demokraten nahezu egalisiert. Wenn er wie erwartet am Dienstag in der Hauptstadt Washington und den beiden angrenzenden Bundesstaaten Maryland und Virginia siegt, wird er endgültig vorne liegen.

Er führt ohnehin deutlich bei den Spenden für den Wahlkampf. Er führt in der Begeisterung, die seine Auftritte quer durch das ganze Land auslösen. Was soll Obamas Triumphzug noch stoppen?

Clinton hat in den großen Bundesstaaten gewonnen mit einem hohen Anteil von Arbeitern und älteren Wählern, und sie hat die Wahlen in den Bundesstaaten mit einem hohen Anteil von Latinos für sich entschieden.

Diese Wählergruppen haben sich bislang nicht beeindrucken lassen von der Euphorie und dem beachtlichen Elan, den Obama zu verbreiten versteht. Wenn die Ergebnisse von Kalifornien oder New York irgendein Maßstab sind, wird Clinton Anfang März die großen Primaries in Texas und Ohio gewinnen.

Und was dann? Dann droht ein Kulturkampf innerhalb der Demokraten: Jung gegen Alt, Modernisierer gegen Traditionalisten. Ein fortgesetztes Patt zwischen Clinton und Obama würde die so bemerkenswert einigen, bisher mit ihren Kandidaten so hochzufriedenen Demokraten sehr schnell sehr tief spalten. Nutznießer würden John McCain und die Republikaner sein.

Ein Stimmungsumschwung zu ihren Gunsten aber wäre das Letzte, was man sich wünschen darf. Für Amerika und den Rest der Welt.

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(SZ vom 11.02.2008/gba)