Familienministerin von der Leyen will das Kindergeld gestaffelt erhöhen. Ab dem dritten Sprössling soll es nach dem Willen der CDU-Politikerin 50 Euro mehr geben. Davon verspricht sie sich auch eine Steigerung der Geburtenrate.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) strebt an, das Kindergeld gestaffelt zu erhöhen. Nach einem Vorschlag ihres "Kompetenzzentrums Familienleistungen" könnte das monatliche Kindergeld für das dritte und jedes weitere Kind um je fünfzig Euro steigen.
Ab dem dritten Kind sollen die Leistungen nach dem Wunsch der Familienministerin deutlich steigen. (© Foto: AP)
Anzeige
Das Kindergeld für das erste und zweite Kind würde lediglich um sechs Euro erhöht. Von der Leyen präsentierte den Vorschlag am Montag in Berlin, ließ sich jedoch nicht auf diese Zahlen festlegen. Genaue Aussagen seien erst möglich, wenn im September der Existenzminimumsbericht veröffentlicht werde, sagte sie.
Die Wissenschaftler des Kompetenzzentrums lehnen es ab, das Kindergeld gleichmäßig um zehn Euro je Kind zu erhöhen, weil davon "eine hohe Anzahl der Familien undifferenziert profitieren" würde. Bei gleichen Kosten von 2,2 Milliarden Euro sei eine Staffelung sinnvoller. Denn in größeren Familien habe die Hälfte der Mütter keine Möglichkeit, erwerbstätig zu sein, weil für sie selbst ein Teilzeitjob kaum machbar sei.
Ein gestaffeltes Kindergeld könne verhindern, dass diese Familien in Armut rutschten. Gleichzeitig hoffen die Wissenschaftler, dass eine Staffelung die Geburtenraten erhöht. Derzeit würden viele Eltern zögern, weitere Kinder zu bekommen, weil sie finanzielle Nachteile fürchteten.
Der Plan ist mit dem Bundesfamilienministerium im Detail abgestimmt. Wird er umgesetzt, läge das Kindergeld von Januar 2009 an für das erste und zweite Kind bei 160 Euro monatlich, für das dritte bei 204 Euro, für das vierte und alle weiteren Kinder bei 229 Euro. Derzeit gibt die Bundesrepublik jährlich 36 Milliarden Euro für Kindergeld und Kinderfreibeträge aus.
(SZ vom 29.04.2008/dmo)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
@sachenba, HansJoachim44
Die von Ihnen befürchtete Steigerung von Hartz IV-Geburten ist unbegründet. Der Kindergeldbezug wird in voller Höhe angerechnet. Daher ist die Erhöhung für die genannten Kreise unwirksam.
Was der User sachenba darüber hinaus an "Einkommensschwachen" auszusetzen hat, die offensichtlich einer regelmäßigen Arbeit nachgehen und nebenbei Kinder aufziehen, ist schleierhaft. Was sollen diese Menschen bitte noch leisten, um so anerkannt zu werden, wie es Artikel 1 des GG vorsieht?
"wenn im September der Existenzminimumsbericht veröffentlicht werde"
Ich lache mich über diese Frau von Leyen täglich mehr schlapp.
Ist sie denn wirklich so weit weg von Realitäten, dass sie glaubt, mit 50 Euro pro Monat mehr könnte man
- locker ein Kind mehr durchfüttern
- wäre Armut dann erledigt, wenn die Frau nicht arbeitet.
Die Marie-Antoinette der Familienpolitik sollte sich doch lieber um Pferdezucht denn um Kinder kümmern.
Es dürfte auf der ganzen Welt kaum eine Regierungsinstitution geben, die ähnlich absurde und kontraproduktive Ziele wie unser Bundesfamilienministerium verfolgt.
Tolle Idee, die Vermehrung einkommensschwacher Bevölkerungsschichten anzukurbeln. Mit dem "Ergebnis" dürfen sich Jugendämter und Gesellschaft dann noch jahrzehntelang herumplagen.
Genial auch der Gedanke, angesichts dramatisch schwindender Ressourcen, Artensterben, Klimawandel und weiterer durch globale Überbevölkerung verursachte Probleme eine Erhöhung der Geburtenrate anzustreben.