Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei warnen ihren Gegner: Sollte Ankara seine Offensive im Nordirak fortsetzen, werde die PKK die Kämpfe ins Innere der Türkei verlegen.
Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) haben mit Angriffen in der Türkei gedroht. Sollte Ankara seine Offensive im Nordirak fortsetzen, werde die PKK "Guerilla"-Aktionen in türkischen Städten vornehmen und damit den Schauplatz der Kämpfe ins Innere der Türkei verlegen, sagte PKK-Sprecher Ahmad Danis der Nachrichtenagentur AFP.
PKK-Kämpfer im November 2006 bei einer Kampfübung im Nordirak. (© Foto: dpa)
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Die türkische Armee war am Donnerstagabend in den Nordirak einmarschiert, um dort gegen PKK-Stützpunkte vorzugehen. Nach Angaben kurdischer Grenzposten bombardierten die Streitkräfte am Samstagmorgen mehrere Gebiete im Umkreis der Stadt El Amadija an der türkisch-irakischen Grenze.
Seit Beginn der Kämpfe sind nach Angaben des türkischen Generalstabs 79 Rebellen getötet worden. Die PKK behauptet, sie habe 22 türkische Soldaten getötet.
International löste die türkische Offensive Besorgnis aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte den Einsatz der Armee. Ihm seien die Bedenken der Türkei zwar bewusst, gleichwohl bekräftige er seine Aufforderung zu größtmöglicher Zurückhaltung und zu Respekt vor der internationalen Grenze zwischen dem Irak und der Türkei, ließ Ban am Freitag in New York erklären. Zugleich mahnte er die PKK auf, ihre Terrorattacken auf türkisches Gebiet einzustellen.
USA unterstützen Offensive
Ban forderte die türkische und die irakische Regierung auf, gemeinsam für Stabilität in der Region zu sorgen. "Der Schutz der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten der Grenze bleibt das vordringliche Anliegen", sagte ein Sprecher Bans.
Die USA erklärten hingegen ihre Unterstützung für die türkische Offensive gegen kurdische Kämpfer im Norden Iraks. Die PKK sei der gemeinsame Feind der USA und der Türkei, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Freitagabend in Washington. Die PKK sei auch ein Feind des irakischen Volkes. Rice forderte die Türkei jedoch auf, bei ihrem Vorgehen die Lage im Irak nicht zu destabilisieren.
Die US-Regierung hofft auf eine schnelle und zielgerichtete Operation der türkischen Armee. "Wir haben bei der türkischen Regierung darauf gedrungen, dass sie ihre Operationen auf das präzise Ziel der PKK im Ausmaß und der Dauer begrenzt", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington.
EU-Chefdiplomat Javier Solana sagte zum Abschluss eines Treffens der EU-Verteidigungsminister im slowenischen Brdo: "Die Aktion ist nicht die beste Antwort." Die EU habe zwar grundsätzlich Verständnis für die türkischen Probleme mit der PKK. "Aber die territoriale Integrität des Iraks ist uns sehr wichtig", sagte Solana.
Die Bundesregierung in Berlin äußerte "große Sorge". Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die Präsenz türkischer Truppen im Irak sei ein "nicht unerhebliches Destabilisierungsrisiko".
"Einsatz beendet, wenn Ziele erreicht"
Wo genau die Kämpfe bislang stattfanden, wurde nicht mitgeteilt. Das Militär betonte, dass sich der Einsatz ausschließlich gegen die als Terrororganisation eingestufte PKK richte und zeitlich begrenzt sei.
"Ziel dieses Einsatzes ist die Terrororganisation PKK. (...) Zivilisten und örtliche Einwohner, die sich den türkischen Kräften gegenüber nicht feindlich verhalten, werden nicht betroffen sein", hieß es in einer Erklärung des Generalstabes. Der Einsatz werde beendet, "sobald die geplanten Ziele erreicht sind".
Die türkischen Soldaten waren am Donnerstagabend in den Irak eingerückt. Dem Einsatz, an dem nach türkischen Medienberichten mehr als 10.000 Soldaten beteiligt waren, gingen mehrstündige Angriffe der Luftwaffe auf mutmaßliche Stellungen der PKK voraus.
(AFP/AP/dpa/gal/schä)
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