Vorschlag aus Saudi Arabien Palästinenser zu Friedensgesprächen in Mekka bereit

Angesichts der Eskalation der Gewalt im Gazastreifen hat der saudische König Abdullah die zerstrittenen Palästinensergruppen zu einem Versöhnungsgespräch eingeladen. Hamas und Fatah begrüßten den Vorschlag.

Angesichts der Eskalation der Gewalt im Gazastreifen hat der saudische König Abdullah die zerstrittenen Palästinensergruppen zu einem Versöhnungsgespräch eingeladen. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur SPA.

König Abdullah, Saudi Arabien; Einladung zu Friedensgesprächen in Mekka

König Abdullah hält die Kämpfe zwischen Fatah- und Hamas-Anhängern für eine "Schande"

(Foto: Foto: afp)

Die Kämpfe zwischen Fatah- und Hamas-Anhängern seien eine "Schande", sagte König Abdullah. Daher müssten beide Seiten "sich vernünftig zeigen und den Dialog vorziehen".

Die radikalislamische Hamas und die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas begrüßten den Schritt. Die Exil-Führung der Hamas in Syrien reagierte positiv auf den Vorstoß des saudischen Königs.

Ein Mitglied des Hamas-Politbüros, Mohammed Nassal, sagte der dpa, er glaube, dass die Initiative helfen könne, die Krise in den Palästinensergebieten zu überwinden. "Wir begrüßen jede Einladung, die zu einem Abkommen führen und das Blutvergießen und die Zusammenstöße in den Palästinensergebieten beenden könnte", sagte Nassal.

Heftige Kämpfe

Fatah-Sprecher Achmed Abdul Rahman sagte in Ramallah, seine Organisation begrüße diese "edle Geste aufs Wärmste". In einer schriftlichen Erklärung des palästinensischen Präsidialamtes hieß es: "Präsident Mahmud Abbas begrüßt die Einladung des saudischen Königs Abdallah und weiß diese zu schätzen."

Seit Donnerstag wurden mehr als 25 Menschen bei Kämpfen zwischen Anhängern der beiden Organisationen im Gazastreifen getötet und 70 weitere verletzt, wie das Schiffa-Krankenhaus mitteilte.

Die Kämpfe gingen in der Nacht weiter. Am Morgen gab es erneut Schießereien in der Stadt Gaza, Chan Junis sowie im Norden des Gazastreifens. Am Sonntagabend wurden ein Sohn und ein Neffe des Kommandeurs der Fatah-Truppe Präventive Sicherheit in Gaza verschleppt. Die Entführer drohten damit, die Kinder zu töten, falls nicht binnen weniger Stunden die von Fatah-Kämpfern verschleppte Hamas-Mitglieder freigelassen würden.

Sechs Tote bei Gefechten

Bei den nächtlichen Gefechten wurden erneut zwei Hamas-Kämpfer getötet. Der palästinensische Rundfunk meldete, dass bei nächtlichen Gefechten weitere sechs Menschen getötet worden seien, darunter Anhänger beider Gruppierungen. Da auch Umspannwerke beschädigt wurden, lagen weite Teile der Stadt Gaza im Dunkeln.

Das Blutvergießen zwischen beiden Palästinensergruppen hatte ein Jahr nach dem Hamas-Wahlsieg einen neuen Höhepunkt erreicht. Als Reaktion auf die neue Gewaltwelle setzten Hamas und Fatah ihre geplanten Gespräche über eine gemeinsame Regierung aus.

Seit dem Wahlsieg der Hamas am 25. Januar 2006 und der Bildung einer Hamas-Regierung sind beide Gruppen in einen blutigen Machtkampf verstrickt. Abbas will Neuwahlen, sollte es keine Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit geben. Hamas lehnt dies jedoch ebenso ab wie eine Anerkennung des Existenzrechts Israels.

Am Freitagabend hatten sich die rivalisierenden Gruppen in Gaza erneut auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese wurde aber nicht eingehalten. Bisherige Abkommen über Waffenruhen zwischen Vertretern der Fatah und der Hamas von Ministerpräsident Ismail Hanija erwiesen sich immer wieder als kurzlebig.

Selbstmordanschlag im israelischen Eilat

In Israel ist am Morgen im Badeort Eilat am Roten Meer ein Selbstmordanschlag verübt worden. Wie die Polizei mitteilte, riss ein Attentäter in einer Bäckerei drei Menschen mit sich in den Tod. Mehrere weitere Menschen seien bei dem Anschlag in einem Einkaufszentrum zum Teil schwer verletzt worden. Es war der erste Selbstmordanschlag in Israel seit mehr als einem Jahr. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.