Wenige Tage vor der Landtagswahl in Hessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem Linksbündnis gewarnt. Ihren Parteifreunden riet sie, sich von den schlechten Umfragewerten für die CDU "nicht verrückt machen zu lassen."

Die CDU wird in der spannenden Schlussphase des hessischen und niedersächsischen Wahlkampfs vor allem Wirtschaftsthemen stärker in den Vordergrund rücken. Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einem Interview des Senders NDR Info am Dienstag, dass in den letzten Tagen vor den Landtagswahlen am kommenden Sonntag "angesichts der wirtschaftlichen Lage" Themen wie Arbeitsplatzsicherheit und Energiepreise wieder mehr auf die Tagesordnung kommen werden.

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Sie pflichtete ausdrücklich Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement SPD) bei, der die Energie- und Wirtschaftspolitik der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti kritisiert und sich indirekt gegen ihre Wahl ausgesprochen hatte. "Wolfgang Clement hat Recht", sagte Merkel. Es sei derzeit kein Abschied von Kohleenergie für die Stromerzeugung möglich.

Die CDU-Chefin riet ihrer Partei, sich durch die sinkenden Umfragewerte in Hessen "nicht verrückt machen zu lassen". Das habe beispielsweise die letzte Bundestagswahl gezeigt, als der Union viel bessere Ergebnisse vorausgesagt worden waren. Daher müsse die Devise für Hessen lauten: "Kämpfen, möglichst sich nicht zu sehr beeinflussen zu lassen von den Umfragen."

Nach dem kommenden Sonntag werde die große Koalition trotz der Zuspitzung in den Wahlkämpfen ihre Arbeit in Berlin fortsetzen. "Ich bin mir sicher, dass wir zur Regierungsarbeit zurückfinden."

Merkel: Gewalt-Debatte hat alle mobilisiert

Es sei richtig, "dass in der letzten Phase des Wahlkampfs klar wird, hier steht auf der einen Seite der Kampf um eine bürgerliche Mehrheit und auf der anderen Seite doch sehr stabile linke Konstellationen", sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag im NDR Info. Sie habe große Zweifel, ob die SPD tatsächlich ihre Ankündigungen einhalte, "nämlich mit den Linken gar nichts (zu) machen".

In Hessen habe man da mit der SPD in der Geschichte "schwierige Erfahrungen" gemacht, sagte Merkel. Deswegen wäre sie sehr vorsichtig. Auf schlechte Umfragewerte für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gebe sie nichts. Man dürfe sich von Umfragen nicht verrückt machen lassen.

Die Debatte über Jugendkriminalität habe zu einer Mobilisierung aller geführt, sagte Merkel. Aber in der letzten Phase des Wahlkampfes werde es auch andere Themen geben, zum Beispiel Energiepreise, die wirtschaftliche Lage und Arbeitsplätze.

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(AP/dpa/odg)