"Verbal abrüsten": Vor dem Beginn der Koalitionsgespräche klopfen Union und FDP Positionen fest - bisweilen knirscht es.
Vor dem für kommenden Montag geplanten Auftakt der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP versuchen beide Seiten ihr Profil zu schärfen.
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Erklärte der FDP schon früh, welche Wünsche der Liberalen sie nicht mittragen will: CDU-Chefin Angela Merkel (© Foto: dpa)
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Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart warnte CDU/CSU vor inhaltlichen Festlegungen vor Beginn der Gespräche. Pinkwart sagte der Bild-Zeitung: "Die Union kann nicht von vorneherein ganze Politikfelderausschließen und für nicht verhandelbar erklären." Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Unionsparteien "sollten verbal abrüsten".
Merkel hatte zuvor erklärt, der Gesundheitsfonds werde "im Kern unangetastet" bleiben. Auch bei der Steuerpolitik bezieht Merkel offenbar Stellung gegen die FDP-Forderung, im Koalitionsvertrag eine große Steuerreform mit Datum zu fixieren. Stattdessen solle dieses Vorhaben an eine entsprechende Konjunktur- und Haushaltsentwicklung gekoppelt werden.
Für eine Stärkung der Bürgerrechte sprach sich die bayerische FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in der Passauer Neuen Presse aus. Die FDP werde sich auch gegen Internetsperren einsetzen, kündigte Leutheusser-Schnarrenberger an, die als zukünftige Justizministerin gehandelt wird. Das Ministerium hatte sie bereits in den 1990er Jahren geführt.
Leutheusser-Schnarrenberger erinnerte die Unionsparteien an das Wahlergebnis und meldete Ansprüche für die Liberalen an: "Wir sind in einer Koalition die zweitstärkste Kraft", sagte sie der Passauer Neuen Presse: "Es ist klar, dass sich das im Kabinett widerspiegeln muss."
Zu den anstehenden Koalitionsgesprächen sagte die Liberale, zwar wolle man zügig verhandeln: "Aber klar ist, dass wir zuerst auf Inhalte und Sorgfalt setzen und nicht auf Tempo." Freiheits- und Bürgerrechte müssten gestärkt werden. So wolle die FDP Korrekturen beim BKA-Gesetz. "Das Paket mit den Anti-Terror-Gesetzen ist viel zu umfangreich geschnürt."
Polizeigewerkschaft fürchtet "linksliberale Geisterfahrerin" FDP
Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte von der FDP derweil, sich "den sicherheitspolitischen Realitäten zu stellen". DPolG-Chef Rainer Wendt forderte in der Neuen Osnabrücker Zeitung die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung auf, "BKA-Befugnisse wie Online-Durchsuchung, Späh- und Lauschangriff sowie das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung nicht anzutasten". Das sei im Kampf gegen Schwerkriminelle unerlässlich. "Ich kann die FDP nur dringend davor warnen, zur linksliberalen Geisterfahrerin zu werden", sagte Wendt.
Der arbeitnehmer-nahe Flügel der Union kündigte an, die FDP werde ihre Forderung nach Einschränkung des Kündigungsschutzes ebenso wenig durchsetzen können wie Änderungen bei der betrieblichen Mitbestimmung. Es gebe keine Notwendigkeit für Änderungen in diesem Bereich, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann, der Berliner Zeitung.
Besorgt äußerte sich der Paritätische Wohlfahrtsverband. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte der Thüringer Allgemeinen: "Manche Wirtschaftsverbände sehen offenbar in der FDP einen Garant für die Lockerung des Kündigungsschutzes." Das sei "das Letzte, das wir brauchen".
Die erste Koalitionsrunde soll - nur eine Woche nach der Bundestagswahl - am Montag in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Berlin stattfinden, bestätigte FDP-Chef Guido Westerwelle. Die Union möchte die Koalitionsgespräche in fünf bis sechs Wochen abschließen.
Nach einem Bericht der Bild-Zeitung haben sich Experten aus Politik und Verbänden dafür ausgesprochen, dass Westerwelle an Stelle des Außenministers das Amt eines so genannten Superministers für Finanzen und Wirtschaft anstreben soll. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, betonte, so könne Westerwelle viel besser seinen steuer- und finanzpolitischen Sachverstand einbringen.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(dpa/AFP/AP/odg/liv)
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Politiker und ihre Pannen
Haben die "Liberalen" in den letzten vier Jahren nicht aufgepasst? Wenn doch, dann müssten sie wissen, wie Vorführungen im Regierungs-Circus laufen, wer die Peitsche hält - und wer Männchen macht, wer das Stöckchen hält - und wer drüberhüpft. Also, das ging so, liebe Guido-Gang: Angela hielt ds Stöckchen, Frank-Walter sprang darüber. So war es, so ist es, so bleibt es. Auch bei Guido, Sabine, Cornelia, Andi, Dirk und wie die neuen putzigen Mit-Darsteller in der Arena auch heißen mögen. Verstanden? Dann: Hopp, und nicht motzen.
gefühlte 1000 Artikel über die SPD und selbst, wenn man mal einen über die neue Regierung findet. Dann ist da nichts los.
und ? meint die FDP wirklich mit ihren läppischen noch nicht mal 15 % sie könnte der CDU jetzt vorschreiben was alles geändert bzw. zurückgedreht werden soll ?? lächerlich und größenwahnsinnig zugleich. man kann als mehrheitsbeschaffer gerne ein paar ministerpöstchen einheimsen aber ansonsten mal schön den ball flachhalten. der vorschlag westerwelle als wirtschaftsminister anstatt als aussenminister einzusetzen wäre meiner meinung nach wirklich die bessere variante, aber als superminister sehe ich ihn dann doch nicht. es nervt, welcher hype jetzt um die FDP gemacht wird. totale überbertung !!
"Wir sind in einer Koalition die zweitstärkste Kraft", sagte sie der Passauer Neuen Presse:
Das sind die Wahrheiten, mit der die FDP tatsächlich knapp 15% der Wähler hinter sich versammeln konnte. So agiert man auf allen relevanten Politikfeldern...
... regt Herr Pinkwart sich auf? Die FDP hat der Kanzlerin doch das stätkste Faustpfand selbst in die Hand gegeben. Wer sich vor der Wahl geradezu sklavisch und ausschließlich als Mehrheitsbeschaffer der CDSU outet und jede andere Koalition ausschließt, darf sich anschließend nicht darüber beschweren, an der Leine geführt zu werden.
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