Selten in der deutschen Landespolitik sind Politiker so verfeindet wie im winzigen Saarland. Man läuft sich ständig über den Weg - doch nicht nur das linke Lager liegt im Clinch, sondern auch die Bürgerlichen. Selbst Klassiker wie Rot-Grün scheitern an persönlichen Abneigungen. Letztlich ist wohl nur eine Regierung aus CDU und SPD möglich.
Für Psychologen ist die Landtagswahl im Saarland ein hochinteressantes Feld. Hier treffen nicht nur konkurrierende Parteien aufeinander, hier werben auch verletzte Seelen um die Gunst der Wähler: Politiker, die sich seit vielen Jahren kennen und sich gegenseitig so tiefe Wunden geschlagen haben, wie sie selten sind in der deutschen Landespolitik.
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Heiko Maas (links) und Oskar Lafontaine bei einem Fernseh-Interview im Jahr 2009: Herzlichkeit ist in der Saar-Politik eher unüblich. (© REUTERS)
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Politiker, deren Verhalten man am besten versteht, wenn man diese Verletzungen kennt. Sie führen dazu, dass in dem kleinen Land nach dem 25. März praktisch nur eine große Koalition möglich ist: Weil alle anderen Bündnisse an Feindschaften scheitern.
Rot-Grün zum Beispiel. Der Klassiker unter den linken Bündnissen wäre anderswo sicher das erklärte Ziel von SPD und Grünen, schließlich trennt die Parteien inhaltlich wenig, auch an der Saar. Menschlich aber schon. Am Montag verschickte SPD-Landeschef Heiko Maas eine Pressemitteilung, die einen profunden Einblick in sein Innenleben ermöglicht. Es war eine flammende Suade gegen die Grünen - weil diese es gewagt hatten, öffentlich von einem rot-grünen Bündnis zu träumen. Das sei schon "hart an der Schmerzgrenze", teilt Maas mit. "Wo Grün draufsteht, ist weiter Hubert Ulrich drin", sagt der SPD-Chef. Zuneigung klingt anders, und tatsächlich wird es Maas dem Grünen-Landeschef wohl nie verzeihen, was im Herbst 2009 geschah, rund um die vergangene Wahl.
Eine Absage in letzter Minute
Bis kurz vor Schluss warb die SPD am Telefon noch um Stimmen für die Grünen, in der Hoffnung, gemeinsam die CDU ablösen zu können. Man sah sich als natürlicher Partner. Wochenlang verhandelte Ulrich dann auch mit SPD und Linken - und gab Maas in letzter Minute einen Korb. Lieber schwor er seine Partei mit feurigen Worten auf das bundesweit erste Jamaika-Bündnis ein und hielt die CDU an der Macht. Maas war getroffen, er rang auf einer Pressekonferenz um Fassung, dachte eine Nacht lang an Rücktritt.
Monatelang herrschte Funkstille zwischen ihm und Ulrich. Das einzige Gespräch für lange Zeit endete damit, dass Maas den Grünen-Chef wissen ließ, auf diese Art müsse man gar nicht mehr länger miteinander reden. Die Kluft konnte man sogar sehen im Landtag von Saarbrücken. Auf Wunsch von Ulrich rückten Arbeiter die Tische von Grünen und SPD auseinander, deren Abgeordnete zuvor Seit' an Seit' saßen.
Da hilft es nur wenig, dass die Grünen am Sonntag die ehrgeizige Ex-Umweltministerin Simone Peter auf Platz eins ihrer Landesliste wählten, eine Frau vom linken Flügel. Ulrich nimmt Platz zwei ein. Der ziehe "dahinter weiter selbst die Fäden", sagt Maas. Voller Abscheu.
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Politiker und ihre Pannen
Stimmt! Bei der Landtagswahl errangen die Grünen 4 Sitze und bekamen von Peter Müller 3 Ministerposten. So viele hatte ihnen Maas wohl nicht versprochen. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass Ulrich kein Kind von Traurigkeit ist. Immerhin musste er vor mehren Jahren aus seinem politischen Amt zurücktreten, weil er eine Rabatt Affäre mit Ford in Saarlouis hatte.
Vielleicht ist es angebracht, Ihre Geschichtsknitterung richtig zu stellen. Das wesentliche Schuldendebakel begann mit dem Niedergang der Völklinger Stahlwerke unter Zeyer ( CDU) und Wirtschaftsminister Klump ( FDP) Anfang der achtziger Jahre. Dort wurden zur Rettung alle paar Wochen zweistellige Millionenbeträge fällig. Und das unter der Patronage eines gewissen Graf Lambsdorf, der 1987 in Interviews verkündet hatte, durch den Verkauf der Stahlwerke Völklingen seien die Arbeitsplätze für Jahre sicher. Sicherlich findet sich in den Archiven des Saarländichen Rundfunks noch das Band. Natürlich hat Lafontaine - damals in der Opposition - bei den Finanzhilfen mitgewirkt. Die Verantwortung hatten aber andere. So viel zur Wahrheit!
Ja so ist der Alltag, der linke Saarchef ist der alte SPD Chef im Ring gewesen. Nur wer so mit einander beruehrt ist, der meidet sich ein wenig. Die Frage stellt sich fuer mich wohnt der linken Chef noch in seiner Villa, die er erst neu gebaut hatte,oder hat er ein Schmuckloses Hotelzimmer gemietet ? Seine neue Heimat ist ja jetzt wieder das grosse Berlin geworden, sammt Anhang. Nun die Saarlaender wollen einen neuen Mann, Frau im Amt haben der bei ihnen im kleien Laendchen bleibt. Wenn denn nur die Schulden nur so gross waeren wie das Land, nur das sind Wunschtraeume und bleiben es auch. Wer immer an der Saar das Rennen machen wird, er erbt ein kleines Grichenland. Wie waehre es mit der Wiedervereinigung mit der Pfalz ? Oder glaubt man ernsthaft an der Saar, das man diesen Kraftackt ganz alleine schaffen kann ?
Maas als Versuchskaninchen für die SPD-Troika in Berlin. Schafft man nochmal eine große Koalition im Bund? Mehr ist ja wohl nicht drin. Dagegen könnte Maas sogar der Boss werden, wenn alles blendend läuft. In Berlin bleibt nur das gute Klima für eine Vizekanzlerschaft der SPD unter Merkel. Aber das reicht den Mannen um Gabriel, denn das neueingeschliffene Parteien-System gibt nicht mehr her. Zudem ist es nicht ruhmvoll beim Krebstod des Euro die volle Verantwortung zu haben.
Das Saarland würde eher mit Luxemburg oder Bayern zusammengehen, als mit Lothringen oder Rheinland-Pfalz. Die haben nämlich beide hohe Schulden - Restrukturierung der Industrie in Lothringen und Prestigeprojektre wie Hahn und Nürburgring, wo man in der kalten Eifel auf Ganzjahres-Tourismus gesetzt hat...
Wie wußte schon Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dichter:
"Originalität muss man haben, micht danach streben."
Zur Not kann sich das Saarland auch noch als Freihandelszone und Steuerparadies inmitten von Europa alleine durchschlagen? Gell?
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