Kinder mit Migrationshintergrund scheitern am deutschen Bildungssystem. Und zwar selbst dann, wenn ihre Leistungen so gut sind wie die von Deutschen.
Dass die Kinder und Enkelkinder von Einwanderern in der Schule scheitern, ist kein Naturgesetz. Ihre Bildungsprobleme haben soziale Ursachen, und Ausnahmen gibt es glücklicherweise auch.
Kinder aus Migrantenfamilien werden benachteiligt - auf allen Bildungsstufen. (© Foto: dpa)
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Doch statistisch gesehen haben es Migranten in Deutschland schwer: Auf allen Bildungsstufen, vom Kindergarten bis zu den Hochschulen, haben sie schlechtere Chancen als ihre deutschen Altersgenossen. Migranten geben ihre Kinder seltener in einen Kindergarten als deutsche Eltern, bei der Einschulung sprechen viele unzureichend Deutsch.
Selbst wenn sie einen Kindergarten besuchen, reicht die Sprachförderung oft nicht aus. Eine Studie der Gesundheitsbehörde in Berlin zeigte im vergangenen Jahr, dass 19 Prozent der türkischen Kinder auch nach mehr als zwei Kindergarten-Jahren kaum Deutsch sprechen.
In den Schulen verschärfen sich die Probleme. Die Angehörigen der zweiten Generation von Migranten, die bereits in Deutschland geboren wurden, haben in den Pisa-Studien besonders schwach abgeschnitten. Mehr als 40 Prozent der 15-Jährigen müssen in Mathematik bereits bei den einfachsten Aufgaben passen.
Mehr als ein Drittel der jungen Migranten ohne Schulabschluss
Fast jeder zweite junge Türke besucht eine Hauptschule, nur jeder achte ein Gymnasium. Jeder fünfte Jugendliche aus einer Migrantenfamilie beendet die Schule ohne Abschluss, unter Deutschen liegt die Abbrecherquote nur bei sieben Prozent. Besondere Nöte haben Kinder, deren Eltern in Deutschland keine Aufenthaltserlaubnis haben. Nach Angaben von Flüchtlingsorganisationen gehen sie oft gar nicht zur Schule, weil sie Angst haben, ausgewiesen zu werden.
Mehr als ein Drittel der 20- bis 30-jährigen Migranten hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, haben sich in den vergangenen zehn Jahren noch verschlechtert.
Und ein Studium schaffen die wenigsten: Lediglich acht Prozent der etwa zwei Millionen Studenten kommen aus Migrantenfamilien. Überdurchschnittlich viele von ihnen machen jedoch keinen Abschluss. Nach Berechnungen von Bildungsforschern liegt der Schwund bei 45 Prozent, die Abbrecherquote deutscher Studenten liegt um die Hälfte niedriger.
Migrantenkinder kommen überwiegend aus ärmeren Familien, mitunter können die Eltern kaum lesen und schreiben. Bisher haben die Schulen die fehlende Förderung in den Familien nicht ausgleichen können. Sie haben die Probleme noch verstärkt.
Mehrere Studien zeigen, dass Migranten selbst dann benachteiligt werden, wenn ihre Leistungen genauso gut sind wie die der Deutschen. So bekommen sie seltener eine Empfehlung fürs Gymnasium.
Bei gleicher Leistung weniger Chancen
Migrantenkinder scheitern am deutschen Bildungssystem, selbst wenn ihre Leistungen so gut sind wie die von Deutschen. Und nach einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung haben sie bei gleichen Schulleistungen auch geringere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Abgesehen von offener Diskriminierung können dafür fehlende soziale Netzwerke verantwortlich sein.
Der Bildungserfolg hängt unter anderem von den Erwartungen und dem Vertrauen der Lehrer in die Fähigkeiten der Schüler ab, betont eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin.
Ihre Lage wird aber dadurch erschwert, dass Einwanderer oft unter ihresgleichen bleiben. Zwar appellieren Politiker oft an Migranten, sich nicht abzuschotten, aber das Schulsystem zwingt sie zusammen. Jedes vierte Einwandererkind besucht eine Schule, in der Migranten die Mehrheit der Schüler stellen. Bei deutschen Jugendlichen ist es nur jeder Zwanzigste.
Zwischen verschiedenen Migrantengruppen gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Türkische und arabische Schüler haben besonders schlechte Chancen. Kinder, deren Eltern aus Osteuropa oder Russland nach Deutschland gezogen sind, schneiden besser ab, in Ostdeutschland sind vietnamesische Kinder überdurchschnittlich erfolgreich.
Kulturelle Traditionen mögen hier eine Rolle spielen, einfache Erklärungen gibt es aber nicht. Der Eindruck, dass vor allem muslimische Jugendliche Probleme haben, ist beispielsweise falsch. So gehören Italiener ebenfalls zu den Sorgenkindern, ungewöhnlich viele von ihnen besuchen Förderschulen. Und der internationale Vergleich zeigt, dass die Schulen in anderen Ländern Migranten effektiver fördern. So erreichen türkische Kinder in der Schweiz deutlich bessere Pisa-Werte als in Deutschland.
(SZ vom 12.6.2007)
Die Ärzte in München
Es ist interessant , dass Migranten aus der Türkei und anderen muslimischen Ländern Schwierigkeiten bei der Sprache, dem Schulabschluss und noch mehr bei der Integration im Gastland haben.
Worran liegt das?
Bei Kindern mit asiatischem Migrartionshintergrund ist dies offenbar nicht der Fall.
Diese erbringen sehr gute Leistungen, gehören zu den Besten in der Klasse.
In Frankreich erreichen die Kinder Asiatischer Einwanderer Spitzenleistungen.
Den türkischen Jungen wird ständig erklärt, dass der Türke nur den Türken als Freund hat, dass das wichtigsteZiel die Erhaltung der EHRE, wie auch immer gestrickt, ist und dass die Bürger des Gastlandes Ungläubige sind und deren Frauen unrein.
Entsprechen weig Respekt brignt er der Lehrerin entgegen.
Wie soll da Respekt und der Wunsch, im Gastland sich mit dessen Kultur auseinander zusetzten aufkommen?
Es ist nicht das Gastland Deutschland , das Integration und Bildung verweigert,
die Verweigerungshaltung, Sprache und Kultur des Gastlandes zu lernen, liegt auf Seiten der Migranten, in erster LInie zu beobachten bei Migranten aus muslimischen Ländern.
Das darf natürlich in einem Land mit unserer Vergangenheit nicht formuliert werden,
sowie auch Claudia Roth und Rot Grün uns immer einreden, dass wir ausländerfeindlich sind.
Ein Imigrant , der nicht aufsteigen will , sonder sich versorgen lassen will, kann den Zwang zur Erlernung der Sprache des Gastlandes nicht verstehen.
Es gibt Bürger, die sich gerne in der Opferrolle sehen, die angeblich mit der Moralkeule geschlagen worden sind. Ja das gibt es auch, aber bei weitem nicht so inflationär wie manchmal behauptet wird.
Es gibt die Moralkeule (oder auch Vergangenheitskeule) auch andersrum. Gerade die, die am lautesten schreien, man solle doch die Vergangenheit ruhen lassen, holen diese gerne selber hervor, wenn es opportun scheint. Da ist dann schnell von Schuldkomplex die Rede (oder wie sie es auch nannten : nationaler Masochismus) oder wahlweise von Unterdrückung des Patriotismus, wobei sich letzteres nicht auf Sie bezieht.
Es gibt aber keinen Schuldkomplex, es gibt Auswirkungen der nazivergangenheit auf die deutsche Psyche, die sehr komplex sind. Schuldkomplex ist auf jeden Fall zu negativ ausgedrückt.
Es gibt und gab auch nie eine Art von Patriotismusunterdrückung. Auch das zielt zu sehr auf die Opferrolle ab. Vielmehr hatten (und haben immer noch) viele Deutsche einfach keinen Bock auf Patriotismus, jeder einzelne konnte immer schon für sich entscheiden, ob er Patriot ist. Ach - aber "die anderen" haben dann immer ganz fies die Nase gerümpft ? Ach Gottchen, es gibt nunmal Mehrheitsmeinungen in einem Volk und es kann Kritik oder Widerspruch geben, wenn jemand sein Weltbild (z.B. ein patriotisches) offenbart. Bezieht man "die anderen" auf das Ausland, wird es natürlich kompliziert. Aber ich bin schon genug ausgeschweift.
Es soll bei Debatten um Ausländerthemen nicht um die Vergangenheit gehen. Wenn diese ins Spiel kommt, wird der Ton oft schriller.
Meine Frau ist Australierin, die ich auf einer Reise kennengelernt habe und er war einfacher fuer mich eine Arbeit im englischsprachigen Raum zu finden, als 1-2 Jahre zu warten, bis sie ausreichen deutsch gelernt hat.
Ich denke allerdings daran in naechster Zeit wieder nach D zurueck zu kommen (neues Baby, wir bevorzugen BEIDE das deutsche Schulsystem).
Von aussen betrachtet hat man in D einen aufgeblasenen Schuldkomplex, wobei hier die kleinste Diskriminierung (oder was man dafuer haelt) ueberproportional von der Presse ins Rampenlicht gestellt wird. Wenn man sich andere Laender ansieht wird man feststellen, dass es wohl kaum ein anderes Land gibt in dem Chancengleichheit so angestrebt wird wie in D.
Als Kritik muss ich allerdings anfuehren, dass die eingefuehrten Studiengebuehren ein Schritt in die falsche Richtung sind - man sollte lieber gruendlicher pruefen, wer Sozialhilfe empfangen sollte, als das freie Bildungssystem zu einem gebuehrenpflichtigen zu machen.
Hier in Australien gibt es z.B. ueber 30% Privatschulen, die $2000 - 20000 pro Schuljahr von den Eltern verlangen. Anschliessend darf man pro Semester an der Uni je nach Studiengang $5000 - 15000 berappen. Dies fuehrt meiner Ansicht nach eher zu einem Elitarismus oder zu Diskriminierung als irgendeiner der im Artikel angefuehrten Gruende.
Hier wird dies allerdings als vollkommen normal angesehen und als status quo akzeptiert.
..."Alles wird gut..."
über kurz oder lang werden sich die (west-)europäischen Regierungschefs ganz unter sich zusammensetzen, weil sie jeder für sein Land endlich festgestellt haben, daß gegen den generellen Volkswillen nichts mehr geht. Das Volk ist angeödet und verweigert sich. Es ist einfach zuviel geworden. Das Volk ist der Souverän? Es wird so zwangsläufig wie folgerichtig zu Volksbefragungen bzw.-entscheiden kommen (müssen). Und dann wird demokratisch abgestimmt...mit 90 % zu 10%. Einen enormen Motivationschub werden vor allen anderen die westeuropäischen Länder, im Besonderen Deutschland erfahren... Ein idealer Nebeneffekt ist sicher der, daß auch die 'unteren' Schulen wieder zu Lehr-Institutionen werden...einige Fossilien erinnern sich vielleicht noch daran...
Nina Ruge sagte jetzt: "Es wird Alles gut..." - Versprochen...
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