Vor dem EU-Gipfel Treffen des "Clubs der Willigen" abgesagt

Es sollte vor dem EU-Gipfel Fortschritte in der Flüchtlingsfrage bringen. Wegen des Anschlags in Ankara fällt die Zusammenkunft aus.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat nach dem Bombenanschlag in Ankara seinen Besuch in Brüssel zu Gesprächen über die Flüchtlingskrise abgesagt. Das berichtete der Sender CNN Türk. Davutoğlu wollte am Donnerstag in Brüssel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zusammenkommen. Zudem sollte er vor Beginn des eigentlichen EU-Gipfels an einem Treffen des "Clubs der Willigen" mit Deutschland und anderen EU-Staaten teilnehmen.

Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge wurde das Treffen inzwischen komplett abgesagt. In den Gesprächen mit Davutoğlu sollte es um die Umsetzung des Aktionsplans mit der Türkei zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen gehen. Die EU stellt dafür drei Milliarden Euro bereit.

Der sogenannte Club der Willigen mit Merkel und anderen Staats- und Regierungschefs verhandelt schon seit Monaten mit der Türkei um die Übernahme von Flüchtlingskontingenten. Zahlen für die Kontingente gibt es bisher nicht, spekuliert wird über 200 000 bis 300 000 pro Jahr.

Die Türkei ist für die EU in der Flüchtlingskrise ein unverzichtbarer, aber äußerst schwieriger Partner. Kritik gibt es unter anderem an den Bombardements der türkischen Armee auf Gebiete unter kurdischer Kontrolle im Norden Syriens.

Der EU-Gipfel beginnt am späten Donnerstagnachmittag.