Am Abend gab das Friedrich-Löffler-Institut Entwarnung: Doch kein Vogelgrippe-Fall in einem Geflügelhof im bayerischen Lichtenfels. Es wäre deutschlandweit der erste gewesen.

Der Verdacht auf einen ersten Ausbruch der gefährlichen Vogelgrippe auf einem deutschen Geflügelhof hat sich nicht bestätigt. Sechs verendete Jungenten eines Geflügelhalters im oberfränkischen Lichtenfels waren nicht mit dem H5N1-Virus infiziert, wie das bayerische Verbraucherschutzministerium am Montagabend in München mitteilte.

Enten; AP

Über 400 Enten und Hühner mussten sterben, doch es hätte noch schlimmer kommen können: Immerhin bleibt Deutschland vom ersten Vogelgrippefall in einem Nutztierbetrieb verschont. (© Foto: AP)

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Das ergaben Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Die Sperrung des Hofes sowie zweier Nachbarhöfe wurde am Abend wieder aufgehoben. Im vergangenen Jahr waren in Bayern 40 Fälle von Influenza A bei Hausgeflügel nachgewiesen worden, jedoch handelte es sich in keinem Fall um das gefährliche H5N1-Virus.

Tödliche Medizin

Ein Schnelltest hatte am Wochenende auch bei den sechs jungen Enten Grippeviren vom Typ A nachgewiesen. Sämtliche Tiere des Geflügelhalters waren daraufhin vorsorglich noch in der Nacht zum Montag medikamentös getötet worden. Es handelt sich um 200 frisch gelieferte Jungenten, 150 Enten und 60 Masthähnchen. Außerdem wurde der Betrieb desinfiziert.

Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf erklärte dazu am Nachmittag in Erlangen: "Auf Grund der klinischen Symptomatik in Verbindung mit den labordiagnostischen Ergebnissen konnte der Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest nicht ausgeschlossen werden." Die Tiere hätten klinische Symptome gehabt und seien sehr schnell verendet, erläuterte eine Ministeriumssprecherin.

"Nachdem es eine hochansteckende Tierkrankheit ist, mussten wir mit der größtmöglichen Vorsorge herangehen." Die etwa vier Wochen alten Entenküken stammten aus einem Zuchtbetrieb im niedersächsischen Landkreis Vechta. Bereits am Samstag hatte die Frau des Geflügelhalters das Landratsamt in Lichtenfels informiert, dass sechs der gelieferten Tiere verendet seien.

Noch in der Nacht zum Sonntag wurden die toten Küken im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen pathologisch und labordiagnostisch untersucht. Das Ergebnis: Alle sechs getesteten Tiere litten unter einer Herzbeutel-Entzündung und waren Influenza A-positiv. Aus dem Zuchtbetrieb in Vechta waren auch zwei weitere Betriebe in Oberfranken beliefert worden.

Jetzt 13 betroffene Wildtiere in Bayern

Der Lichtenfelser Hof, die beiden Nachbarbetriebe und der Herkunftsbetrieb im niedersächsischen Vechta wurden gesperrt. Die Sperrung wurde mittlerweile wieder aufgehoben. "Wir werden aber weiterhin wachsam bleiben", sagte die Ministeriumssprecherin.

In Lindau am Bodensee war am Montag bei einer weiteren verendeten Wildende das H5N1-Virus festgestellt worden. Damit erhöht sich die Zahl der betroffenen Wildtiere in Bayern auf 13. In der Nähe des Fundortes war vor gut zwei Wochen des erste H5N1-positive Tier im Freistaat entdeckt worden.

(dpa)

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