Die polnische Regierung wünscht sich, Vertriebenen-Chefin Steinbach nicht am geplanten Vertriebenenzentrum zu beteiligen.

Unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich Polen offiziell gegen die Beteiligung der CDU- Politikerin Erika Steinbach an der in Berlin geplanten Erinnerungsstätte an Flucht und Vertreibung ausgesprochen. Steinbach ist Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV).

Polen will nicht, dass sich Erika Steinbach an der Erinnerungsstätte an Flucht und Vertreibung beteiligt. (© Foto: AP)

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Er sei darüber beunruhigt, dass sie einen Platz in den Führungsgremien dieser Einrichtung bekommen könnte, sagte der Deutschlandbeauftragte der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, der Zeitung Rzeczpospolita. "Bislang hat man dies nicht gewagt, doch das hängt in der Luft", erklärte der enge Vertraute von Ministerpräsident Donald Tusk.

Die deutsche Regierung hat laut Bartoszewski zugesagt, dass die Gedenkstätte "Ursachen und Folgen des Krieges nicht verwischen soll".

Der polnische Deutschlandbeauftragte erinnerte daran, dass Polen aus deutsch-polnischen Institutionen Menschen abberufen hätte, die "als schädlich für die Verbesserung der Beziehungen galten".

Auch SPD gegen Beteiligung Steinbachs

"Jetzt erwarten wir eine solche Geste seitens Deutschland", betonte Bartoszewski, der als Häftling das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat.

Gegen die Beteiligung Steinbachs ist auch die SPD. Die CDU-Bundestagsabgeordnete besteht auf einen Sitz. "Ich gehe davon aus, dass mein Verband aufgefordert wird, ein Mitglied des Kuratoriums zu nominieren", sagte sie unlängst der Süddeutschen Zeitung.

Merkel trifft sich mit Tusk zur weiteren Entspannung der deutsch- polnischen Beziehungen in Danzig (Gdansk). Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Vorbereitung des Europäischen Rats am 19. und 20. Juni in Brüssel. Daneben soll es auch um die Erinnerungsstätte gehen.

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(dpa/segi/odg)