Streit ohne Ende: Kaum eine Woche, nachdem Tschechiens Senat dem Vertrag von Lissabon zustimmte, will eine Gruppe Abgeordneter die EU-Reform doch noch kippen.

Das Tauziehen um den EU-Reformvertrag geht weiter. Eine Gruppe tschechischer Senatoren kündigte nach einem Treffen mit dem europaskeptischen Präsidenten Vaclav Klaus in Prag eine neue Verfassungsklage an. Sie soll bis Mitte Juli eingereicht werden. Bei den Klägern handelt es sich um 17 Oberhaus-Mitglieder, die der konservativen ODS-Partei angehören.

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Die Reform der EU ist noch immer nicht endgültig beschlossen. (© Foto: ddp)

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Die tschechischen Verfassungsrichter hatten eine erste Klage gegen den Lissabon-Vertrag Ende November zurückgewiesen. Dabei ging es vor allem um die Übertragung nationaler Kompetenzen an die EU. Nun solle das Gericht den gesamten Vertrag bewerten, sagte ODS-Senator Jiri Oberfalzer.

Der Senat hatte den EU-Vertrag erst vor einer Woche mehrheitlich gebilligt. Der neue tschechische Ministerpräsident Jan Fischer rief Präsident Klaus bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel auf, den Vertrag schnell zu unterschreiben und damit den Ratifikationsprozess abzuschließen.

Tschechien hat bis Ende Juni den EU-Vorsitz inne und ist eines von vier Mitgliedsländern, die den Reformvertrag noch nicht unter Dach und Fach gebracht haben. Der Lissabon-Vertrag muss durch alle 27 Staaten ratifiziert werden und soll die EU handlungsfähiger machen. Auch in Deutschland steht eine Entscheidung des Verfassungsgerichts aus.

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(AFP/ihe/bica)