Mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit hat das Parlament den EU-Vertrag von Lissabon ratifiziert. Nur die Linksfraktion stimmte dagegen.

Der Bundestag hat am Donnerstag dem EU-Reformvertrag von Lissabon mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zugestimmt. Bei der namentlichen Abstimmung wurde am Donnerstag mit 515 Stimmen die erforderliche Zweidrittelmehrheit deutlich übertroffen, 58 Abgeordnete stimmten mit Nein.

Bild vergrößern

Ein "Ja" zu Lissabon: Angela Merkel bei der Stimmabgabe (© Foto: dpa)

Anzeige

Union, SPD, FDP und Grüne hatten sich in der über zweistündigen Aussprache für die Verabschiedung ausgesprochen. Die Linke wandte sich dagegen.

Weiter beschlossen die Abgeordneten, die Rechte des Parlaments bei Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof zu stärken. Abgelehnt wurde ein Antrag auf Einführung von Volksabstimmungen zu EU-Verträgen.

Zur endgültigen Ratifizierung muss jetzt noch der Bundesrat am 23. Mai den Vertrag billigen. Anschließend muss Bundespräsident Horst Köhler das entsprechende Gesetz unterschreiben.

Erst wenn alle 27 EU-Mitglieder den Vertrag ratifiziert haben, kann er wie geplant am 1. Januar 2009 in Kraft treten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte den EU-Reformvertrag in der Debatte als "großes Projekt". Die Vereinbarung sei eine "solide Grundlage", mit der Stillstand und Blockaden überwunden werden könnten. "Der neue Vertrag ist gut für Europa."

Der Vertrag von Lissabon soll an die Stelle der geplanten EU-Verfassung treten, die bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. Bisher haben neun der 27 EU-Mitgliedsstaaten den Vertrag abschließend gebilligt. Erst am Mittwochabend ratifizierte das portugiesische Parlament den Vertrag.

Die Vereinbarung stellt die EU auf eine neue rechtliche Grundlage. Für die endgültige Ratifizierung in Deutschland muss jetzt noch der Bundesrat am 23. Mai den Vertrag billigen und Bundespräsident Horst Köhler das entsprechende Gesetz unterschreiben.

Leser empfehlen 

(dpa/bavo/woja)