Verschwörungstheorien zum NSU Mörderische Legenden

Ein scheinbar endloser Prozess, immer neue Untersuchungsausschüsse - trotzdem wirkt bei der Aufklärung des NSU-Terrors vieles mysteriös. Das bietet Nahrung für Verschwörungstheoretiker. Was ist dran an dem Gemunkel?

Von Annette Ramelsberger und Tanjev Schultz

Vor drei Jahren ist der NSU aufgeflogen, aber noch längst ist nicht klar, was alles geschah in den Jahren, in denen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Untergrund waren. Außer dem Gericht in München bemühen sich diverse Untersuchungsausschüsse um Aufklärung. Mittlerweile ranken auch viele Legenden um die Neonazis. Verschwörungstheoretiker glauben, dass sich Mundlos und Böhnhardt gar nicht selbst getötet haben. Dass ein geheimnisvoller Dritter sie umgebracht hat. Dass der NSU nur ein Konstrukt der Geheimdienste ist und die Mordserie an einer Polizistin und neun Migranten eine staatliche Verschwörung. Wer die vielen Akten studiert, die Ausschüsse und den Prozess begleitet, sieht dagegen vor allem eins: eine Verschwörung zum Schweigen. Die Zeugen aus der rechten Szene mauern, und die Zeugen von Polizei und Verfassungsschutz drucksen herum. Die Süddeutsche Zeitung hat die wichtigsten Verschwörungstheorien unter die Lupe genommen.