Verschwörungstheorie gegen Obama "Das geht einen Schritt zu weit"

Eine Abgeordnete wärmt mit einem rassistischen Vergleich die Debatte um die Herkunft des US-Präsidenten wieder auf. Doch Obama als Schimpanse, das geht selbst Republikanern zu weit.

Seine Gesundheitsreform wurden mit den Schreckenstaten von Hitler und Stalin gleichgesetzt und kurz nach seinem Amtsantritt karikierte ihn eine amerikanische Tageszeitung als Schimpanse: Barack Obama muss sich seit seiner Präsidentschafts-Kandidatur Angriffe unter der Gürtellinie gefallen lassen. Noch älter ist der Vorwurf, Obama könne gar nicht Präsident der USA sein, weil er gar nicht in den USA geboren sei. Obama hat deshalb sogar seine Geburtsurkunde öffentlich gemacht, auf der jeder nachlesen kann, dass der US-Präsident auf Hawaii geboren wurde. Doch auch das genügt offenbar nicht allen Verschwörungstheoretikern.

In den Reihen der Republikaner halten sich die Gerüchte über die Herkunft Barack Obamas hartnäckig.

(Foto: AP)

Die republikanische Abgeordnete Marilyn Davenport aus Kalifornien hat nun eine Rundmail versandt, in der sie den US-Präsidenten erneut wegen seiner Herkunft diskriminiert. Davenport verschickte ein Bild, auf dem Obama als Schimpanse zu sehen ist. "Jetzt wissen wir, warum es keine Geburtsurkunde gibt", war auf dem Foto zu lesen. Damit wärmt Davenport die Behauptung wieder auf, Obamas eigentlicher Geburtsort läge in Kenia.

Damit ist sie unter ihren Parteifreunden keineswegs alleine. Einige fordern deshalb sogar, dass Präsidentschaftsbewerber künftig aufwendig nachweisen müssen, dass sie tatsächlich auf amerikanischen Boden geboren wurden. Am konkretesten sind diese Forderungen bislang in Arizona geworden. Doch gegen einen entsprechenden Gesetzesvorschlag legte die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, nun ihr Veto ein.

"Dieser Gesetzestext schafft neue Probleme, ohne den Menschen in Arizona etwas Konstruktives zu bringen", erklärte Brewer ihre Entscheidung. Es gehe zudem einen Schritt zu weit, wenn Kandidaten für die Präsidentschaft dazu angehalten würden, unter anderem ihre Taufurkunde vorzulegen, sagte Brewer.

Der US-Präsident reagierte gelassen. Er erklärte in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC, dass bei den anstehenden Wahlen eher steigende Gaspreise und Arbeitslosigkeit zum Thema werden würden, als um Geburtsurkunden und Verschwörungstheorien.

Dennoch ist mit Brewers Veto der Ärger für Obama möglicherweise noch nicht vorbei. 13 andere Bundesstaaten denken ebenfalls über ähnliche Gesetzesinitiative nach.

Die Abgeordnete Marilyn Davenport will sich bei den Amerikanern für ihr "unkluges" Verhalten entschuldigen. Bürgerrechtsgruppen fordern aber den Rücktritt der Politikerin. Die Republikaner in Kalifornien werden sich außerdem in einer Komiteesitzung über die Konsequenzen für Davenport beraten. Entlassen werden kann sie allerdings nicht - das verbietet das kalifornische Recht.